"Erlebnisweg Wallensteins Lager"

Die Städte Stein, Zirndorf und Oberasbach wollen Wallensteins Lager in einem gemeinsamen Projekt erlebbar machen.

Bildnis eines Musketiers im 17. Jahrhundert (© Erica Guilane-Nachez)

Vor 400 Jahren, im Jahre 1618, brach ein Krieg aus, der weite Teile Deutschlands zermürbte und einen großen Teil der Bevölkerung auslöschte. Der 30-jährige Krieg warf Deutschland massiv zurück. Ganze Landstriche waren menschenleer und wurden erst Jahre später neu bevölkert.

Einer der wichtigsten historischen Schauplätze dieses Krieges befindet sich auf dem heutigen Gebiet der Städte Zirndorf, Oberasbach und Stein. Dort entstand auf Befehl von Albrecht von Wallenstein im Jahre 1632 eines der weltweit größten befestigten Heerlager. 50.000 Soldaten und 15.000 Pferde waren damals in "Wallensteins Lager" untergebracht. Hinzu kam ein Tross von weiteren rund 30.000 Menschen: Familien, Händler, Gaukler und auch Prostituierte, die ebenfalls im Lager untergebracht waren. Die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal, im Lager herrschten Krankheiten und Hunger.

Wallensteins Kontrahent, der Schwedische König Gustav II. Adolf, hatte sich in Nürnberg verschanzt. Mit seinem Lager wollte Wallenstein die schwedischen Truppen blockieren - mit Erfolg. Gustav Adolf versuchte aus seiner Blockade auszubrechen und mit der Schlacht an der Alten Veste Zirndorf zurückzuschlagen. Doch der Versuch misslang. Zurück blieben zwei Truppen, die nach einer unentschieden geendeten Schlacht Verluste einbüßen mussten.

Schnell zeigten sich weitere Schattenseite des gigantischen Lagers: Die Soldaten plünderten die Dörfer rund um das Lager und fielen wie Heuschrecken in die Region ein.

  • Aus einer zeitgenössischen Karte, dem sog. Trexel-Plan, gehen das Ausmaß des Lagers und umfangreiche Details hervor.
  • Albrecht von Wallenstein (1583-1634) auf einem Porträt von Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld (Heeresgeschichtliches Museum, Wien)

Das damalige Lager mit all seinen Facetten erlebbar zu machen, ist das gemeinsame Anliegen der Städte Stein, Zirndorf und Oberasbach. Dafür sollen entlang eines Weges rund um das Lager verschiedene Stationen errichtet werden, die auf Besonderheiten hinweisen, zum Mitmachen animieren oder über verschiedene Medien wichtige Informationen vermitteln.

Die Projektsteuerung liegt bei der Stadt Stein. Alle Fäden laufen deshalb bei Nicola Kemmer zusammen, die die Gesamt-Koordination für alle drei Kommunen übernommen hat.

Kontakt:
Nicola Kemmer
Hauptstraße 56
90547 Stein
Tel. 0911 / 68 01 - 11 19
E-Mail n.kemmer(at)stadt-stein.de