Sprungziele

Offener Diskurs bei den Bürgerversammlungen

Die Stadt Stein hatte zu zwei Bürgerversammlungen am 30. und 31. März 2023 eingeladen. Die Teilnehmer:innen erwartete im Steiner Rathaus und in Gutzberg ein ausführlicher Bericht über die Entwicklung der Stadt Stein sowie die anschließende Möglichkeit zum offenen Diskurs. Es waren die ersten Steiner Bürgerversammlungen seit drei Jahren.

"Schön, dass Sie hier sind", begrüßte Zweiter Bürgermeister Bertram Höfer, der die Leitung der Bürgerversammlung übernahm, die Anwesenden. Zahlreiche Stadträtinnen und Stadträte waren der öffentlichen Einladung ebenso gefolgt, doch "heute geht es um die Interessen der Bürger:innen unserer Stadt, die hier zum offenen Diskutieren eingeladen sind", erklärte Bertram Höfer. Dann folgte der ausführliche Bericht des Ersten Bürgermeisters Kurt Krömer, der auf die wichtigsten Entwicklungen der Stadt Stein unter den Themenschwerpunkten Stadtentwicklung, Infrastruktur, Pandemie, Wohnungsbau, Kinder, Familien, Bildung und Soziales sowie Naherholung, Umwelt und Tourismus zurückblickte.

Die Jahre der Pandemie waren für alle eine große Herausforderung. Mit vielen Einschränkungen und nie zuvor dagewesenen Regelungen. Und dennoch konnte die Stadt Stein vieles umsetzen, anschieben und entwickeln. Das "Haus der Begegnung", geförderter Wohnungsbau an der Hauptstraße, der Erwerb des Frauenwerk-Geländes, das Wohnquartier "Südliches Krügel-Areal" und die neuen Räumlichkeiten für das Kulturamt, um nur einige Punkte zu nennen.

Nach dem Bericht des Bürgermeister konnten die anwesenden Steiner Bürger:innen ihre Wünsche und Anliegen äußern. Die Fragen betrafen dabei überwiegend den Verkehr und die nicht nur in Stein angespannte Schulsituation.

Begrüßt wurde unter anderem die Sperrung der Lotharstraße für den Autoverkehr. Geäußert wurde von einigen Bürger:innen der Wunsch nach mehr Tempo-30-Zonen. Was nach einer einfachen Lösung klang, ist in der Realität eine komplizierte Angelegenheit. Aber das Stadtoberhaupt versicherte, "dass dort, wo Tempo 30 möglich ist, die Stadt Stein bereits reagiert hat. Seit Anfang der 90er-Jahre gilt nahezu flächendeckend in allen Steiner Wohngebieten Tempo 30 und wir prüfen im Stadtrat und Bauausschuss regelmäßig, wo es zusätzlich möglich ist". Weiter führte Krömer aus, dass die Stadt Stein bereits seit Mitte 2022 der Städte-Initiative "Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten" angehört.

Die Forderung nach zusätzlichen Hortgruppen sorgte für Diskussion. Ausführlich erklärte Kurt Krömer, dass dieser Wunsch auch auf Seiten des Stadtrates bestünde: "Wir brauchen in diesem Jahr zusätzliche Plätze, die uns erst seit der Schuleinschreibung im März 2023 bekannt sind. Neben den räumlichen Anforderungen ist aber das Personalproblem das Größere, da auf dem bundesweiten Arbeitsmarkt derzeit rund 200.000 pädagogischen Fachkräfte fehlen. Sie können sicher sein, dass wir alles dafür tun, um eine entsprechende Betreuung schnellstmöglich realisieren zu können."

In Gutzberg bekamen die Bürger:innen nach der Aussprache des Berichts ebenfalls die Möglichkeit, Fragen an Ersten Bürgermeister Kurt Krömer zu richten. Als besonderen Gast begrüßte das Stadtoberhaupt den Fürther Landrat Matthias Dießl, der ebenfalls über die Themen des Landkreises referierte. Er berichtete unter anderem über die Investitionen in Schulen, wie beispielsweise der energetischen Sanierung des Gymnasiums Stein und die Wiederherstellung der dazugehörigen Außenanlage. Thema war auch der Ausbau des Radverkehrs: "Ziel ist es, den Radverkehr im Landkreis Fürth zu fördern, denn immer mehr Menschen steigen auf das Rad als Verkehrsmittel um", so Matthias Dießl. Als erste fahrradfreundliche Kommune im Landkreis geht Stein hier als Vorbild voran. So gibt es Planungen und regelmäßige Prüfungen für zusätzliche Radwege. Dies alles wird in den nächsten Jahren wohl nicht ohne eine Kreditaufnahme durch den Landkreis möglich sein.

Alle Fragen wurden somit direkt vor Ort ausführlich besprochen. Zum Schluss folgte noch die Einladung zu den Stadtratssitzungen, wo regelmäßig die Möglichkeit besteht, sich zu informieren oder Anliegen zu äußern.