Ein Hund namens Maja – Tierische Unterrichtsunterstützung an Steiner Grundschule

Ein Vormittag an der Steiner Grundschule in der Mühlstraße. Ein nicht ganz normaler Unterricht in der Klasse von Lehrerin Heidi Schülein. Denn unter den kleinen ABC-Schützen befindet sich auch Maja. Zwar ist Maja mit ihren drei Jahren deutlich jünger als ihre Klassenkameraden, aber innerhalb kürzester Zeit hat die Labradorhündin sämtliche Herzen im Sturm erobert. Auch die des Landrats Matthias Dießl sowie Steins Ersten Bürgermeister Kurt Krömer, die eine Unterrichtsstunde miterlebten.
Heidi Schülein ist es zu verdanken, dass die Kinder teile des Unterrichts mit Maja gestalten können. Die engagierte Lehrerin schuf dafür die Voraussetzungen. Im August 2020, nur zwei Monate nach ihrer Geburt, zog Maja beim Ehepaar Schülein ein und besuchte von Beginn an die Hundeschule. Schnell erkannte man ihren vorsichtigen und geduldigen Umgang mit Kindern. Deshalb absolvierte Frau Schülein mit Maja zusätzlich eine Schulhund-Ausbildung, die vom Förderverein der Grundschule unterstützt wurde. An ihren Schultagen, immer montags und mittwochs, ist Majas wichtigste Aufgabe, einfach im Klassenzimmer dabei zu sein. „Mit ihrer Anwesenheit beruhigt sie die Schülerinnen und Schüler, die gleichzeitig lernen, Verantwortung für das Tier zu übernehmen. Maja hilft auch dabei, Ängste abzubauen“, so Frau Schülein. So liebt es Maja mit Kindern zu spielen ist immer offen für neue Tricks. Maja kann auch als „Vorlesehund“ eingesetzt werden und wird die Kinder bei der Entwicklung ihrer Lesekompetenzen unterstützen.
Die Schüler:innen freuen sich auf die Schultage mit Maja besonders und bestätigen, dass „die Schulhündin bei Proben beruhigt und die schlechte Laune weg geht, wenn Maja im Klassenzimmer dabei ist“. Im Klassenzimmer hängen für alle gut sichtbar die Klassenhunderegeln. Alle achten besonders darauf, Lärm und unnötigen Stress für die Schulhündin zu vermeiden, somit ist es an den „Hundetagen“ im Unterreicht deutlich leiser als sonst. Wer mit dem Hundedienst an der Reihe ist, kümmert sich um Wasser für Maja und hängt an der Klassentür ein Schild auf, dass auf den Schulhund hinweist.
„Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit man ein solches Projekt umsetzen kann. Neben der Ausbildung für den Hund und die Lehrerin finden regelmäßige tierärztliche Untersuchungen und Impfungen statt, die auch entsprechend dokumentiert werden“, so Rektorin Frau Beck, bei der sich Bürgermeister Kurt Krömer ausdrücklich für die Offenheit, andere und neue Wege zu gehen bedankt.
Warum ein Schulhund eine echte Bereicherung für Klassen ist, wurde in wissenschaftlichen Studien bereits hinreichend belegt. So gehen die meisten Hunde völlig unvoreingenommen auf die Schüler:innen zu, denn sie haben keinerlei Vorurteile. Sie bilden sich keine Meinung auf Grund von Kleidung, Stimme, Sprache oder Leistungsstärken oder – schwächen der Schüle:rinnen. So trauen sich Kinder im allgemeinem mehr mit Unterstützung eines Hundes zu als bei einem Erwachsenen, da sie nicht befürchten müssen, vom Tier beurteilt zu werden. Dass der Hund den Schüler:innen unvoreingenommen begegnet, stärkt also die Persönlichkeitsentwicklung und fördert das Selbstbewusstsein. Was auch bei Maja zu beobachten ist. „Maja kann mit ihrer Ausbildung gut im Unterricht unserer 3./4. Klasse eingesetzt werden. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen dabei in der Verbesserung des Klassenklimas. Durch ihre ruhige und freundliche Art schafft sie dabei alle Voraussetzungen für eine ungezwungene Atmosphäre“, so Heidi Schülein. Das dies kein subjektives Empfinden ist, bewiesen die Reaktionen des Landrates und Bürgermeisters. Denn beide zeigten sich begeistert von der positiven Wirkung Majas auf die Schüler:innen.
Es war nur ein kurzer Einblick in den „tierischen Unterricht“. Noch vieles gäbe es zu berichten und Heidi Schülein gibt Interessierten Eltern und Kindern gerne Einblicke in das spannende Thema „Schulhund“.