Zwei Käferpyramiden und eine Käferlarvenburg im Steiner Torholzgarten

Im Steiner Totholzgarten hat die Stadtgärtnerei Stein gemeinsam mit Fachleuten und Kursteilnehmern drei neue Lebensräume für Insekten geschaffen. Entstanden sind zwei Käferpyramiden und eine sogenannte Käferlarvenburg.
Neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Kurses zum Bau und zur Pflege von Ersatzlebensräumen kamen dafür von der Nürnberger Schule GmbH aus Altdorf nach Stein. Unter der Leitung des Baumsachverständigen und Artenschutzgutachters Stephan Joecke bauten sie gemeinsam mit der Stadtgärtnerei die drei neuen Anlagen – und das innerhalb weniger Stunden. Was auf den ersten Blick wie aufgeschichtetes Holz aussieht, ist für viele Insekten ein wichtiger Lebensraum. Zwischen den Holzstämmen und unter der Erde finden Käfer und ihre Larven Nahrung, Schutz und einen Platz, an dem sie überwintern können.
Warum braucht es solche Plätze?
Aus Sicherheitsgründen können abgestorbene Bäume in Parks und Grünanlagen oft nicht einfach stehen bleiben. Sie könnten umstürzen oder Äste verlieren. Für viele Insekten ist totes Holz aber lebenswichtig. Die neuen Käferpyramiden und die Käferlarvenburg schaffen deshalb Ersatz. Vor allem unter der Erde steckt viel Leben: Dort wird das Holz mit der Zeit weich und von Pilzen zersetzt. Manche Käferlarven brauchen mehrere Jahre, um sich in diesem feuchten Holz zu entwickeln. Die oberen, von der Sonne erwärmten Stammteile bieten dagegen wärmeliebenden Insekten wie Wildbienen einen geeigneten Platz.
Nachmachen ausdrücklich erwünscht!
Auch im eigenen Garten lässt sich etwas für die Natur tun. Wer Platz hat, kann beispielsweise dicke Äste und Baumstämme an einer geeigneten Stelle aufschichten und sie möglichst lange liegen lassen. So entsteht nach und nach ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche kleine Gartenbewohner.
Eine Käferpyramide für den eigenen Garten
Mit Holz aus dem Garten lässt sich auch auf kleiner Fläche etwas für die Natur tun.
- Holz sammeln: Dicke Äste und Stammstücke von heimischen Laubbäumen wie Eiche, Buche oder Obstbäumen eignen sich gut.
- Platz finden: Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Standort.
- Holz aufschichten: Stelle einige dickere Stammstücke möglichst stabil auf und ergänze sie mit Ästen und kleineren Holzstücken.
- Geduld haben: Lass das Holz möglichst lange liegen. Mit der Zeit wird es zersetzt und bietet immer mehr Tieren Nahrung und Unterschlupf.
Wichtig: Wer eine größere Käferpyramide mit tief eingegrabenen Baumstämmen anlegen möchte, sollte auf einen stabilen Aufbau achten. Das Team der Stadtgärtnerei Stein berät Sie dabei gerne. Denn je nach Insektenart sind unterschiedliche Bedingungen nötig, damit sich die kleinen Bewohner wohlfühlen.