Zehnte Jungbürgerversammlung in Stein

Rund 40 junge Steinerinnen und Steiner diskutieren mit Bürgermeister Bertram Höfer über ÖPNV, Sportmöglichkeiten und neue Treffpunkte für Jugendliche.
Wie soll sich Stein aus Sicht der jungen Generation weiterentwickeln? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 40 Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren bei der zehnten Jungbürgerversammlung der Stadt Stein. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden erneut die Möglichkeit, ihre Anliegen direkt an die Stadtverwaltung heranzutragen und mit dem Ersten Bürgermeister Bertram Höfer ins Gespräch zu kommen. In diesem Jahr setzte die Stadt dabei auf ein neues Konzept: Statt wie bisher überwiegend in einem Raum des Jugendhauses fand die Versammlung im gesamten Steiner Rathaus und auf dem Rathausvorplatz statt.
Dort wurden die Jugendlichen zunächst von Bürgermeister Bertram Höfer, Stadtrat und Jugendreferent Uli Bauer sowie Claudia Elß und Frank Reißmann vom Kreisjugendring begrüßt. Auch die Stadträte Inka Schönfelder und Niklas Trommer nahmen an der Jungbürgerversammlung teil.
Anschließend ging es für die Jugendlichen, aufgeteilt in zwei Altersgruppen, ins Rathaus. Dort sammelten sie ihre Ideen, diskutierten über ihre Wünsche und arbeiteten die Themen heraus, die ihnen besonders am Herzen liegen. Im Anschluss stellten sie ihre Vorschläge vor und erhielten direkt Rückmeldung vom Bürgermeister.
Die Pause nutzte Bürgermeister Höfer, um den Jugendlichen das Steiner Rathaus näher vorzustellen. Dabei nahm er sich Zeit für eine kleine Führung durch das Gebäude. Auch sein Büro und der Trausaal standen auf dem Programm. So erhielten die jungen Steinerinnen und Steiner einen persönlichen Einblick in die Räumlichkeiten und die Arbeit der Stadtverwaltung.
Ein zentrales Thema war der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Die Jugendlichen bemängelten zu wenige Busse, überfüllte Fahrzeuge und ungünstige Abfahrtszeiten. Auch bei den Freizeit- und Sportmöglichkeiten sehen sie Verbesserungsbedarf: Gewünscht wurden unter anderem zwei Basketballkörbe im Stadtpark, eine zusätzliche Sporthalle sowie ein Billardtisch für die Mittelschule.
Darüber hinaus sprachen sich die jungen Steinerinnen und Steiner für einen weiteren Freizeitort aus, an dem sie sich neben dem Jugendhaus treffen können. Auch ein attraktives Bekleidungsgeschäft im Forum Stein und ein Fast-Food-Restaurant standen auf ihrer Wunschliste.
Bürgermeister Höfer ging auf die einzelnen Anliegen ein und erläuterte, welche Möglichkeiten die Stadt hat, die Wünsche aufzugreifen. Beim Thema ÖPNV verwies er darauf, dass der Landkreis Fürth für die Organisation und Zuständigkeit des Busverkehrs verantwortlich ist.
Auch bei den gewünschten Geschäften im Forum Stein sind die Einflussmöglichkeiten der Stadt begrenzt, da entsprechende Entscheidungen in der Verantwortung des Betreibers beziehungsweise der Gewerbetreibenden liegen. Die Ansiedlung eines Fast-Food-Restaurants könne zudem mit praktischen Herausforderungen verbunden sein. Bei Anbietern wie McDonald’s sei beispielsweise häufig auch ein Drive-in vorgesehen, für den in Stein derzeit nicht ohne Weiteres geeignete Flächen zur Verfügung stünden.
Bei den Wünschen rund um Sport und Freizeit sieht Bürgermeister Höfer Ansatzpunkte für weitere Gespräche. Er kündigte an, sich mit den Schulen und dem Stadtrat über mögliche Lösungen auszutauschen. Konkrete Zusagen konnte er zwar nicht machen, sicherte den Jugendlichen aber zu, ihre Anliegen weiterzuverfolgen. Vielleicht lasse sich der eine oder andere Wunsch sogar zeitnah verwirklichen – beispielsweise die Anschaffung eines Billardtisches für die Mittelschule.
Nahezu drei Stunden lang nutzten die Jugendlichen die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und mit dem Bürgermeister über ihre Vorstellungen für Stein zu diskutieren. Das neue Konzept ermöglichte es ihnen, ihre Themen zunächst gemeinsam zu entwickeln, gezielt auszuarbeiten und anschließend selbst vorzustellen. Die ergänzende Rathausführung bot darüber hinaus die Gelegenheit, das Rathaus auch abseits der Versammlung kennenzulernen.
Zum Abschluss bedankte sich Bürgermeister Höfer bei allen Teilnehmenden für ihr Interesse und ihre engagierte Mitarbeit. Er ermutigte die jungen Steiner Bürgerinnen und Bürger, sich auch künftig aktiv einzubringen und die Entwicklung ihrer Stadt mitzugestalten.
Die zehnte Jungbürgerversammlung machte deutlich: Die Jugendlichen haben konkrete Vorstellungen davon, was Stein für sie attraktiver machen könnte. Mit ihren Anregungen haben sie wichtige Impulse für die weitere kommunale Arbeit gegeben.