Kommunale Wärmeplanung für das Stadtgebiet Stein liegt vor

Stein legt klaren Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 fest.
Die Stadt Stein hat ihre kommunale Wärmeplanung gemeinsam mit dem Institut für Energietechnik (ife) der Technischen Hochschule Amberg-Weiden erstellen lassen, wie die Wärmeversorgung in Zukunft aussehen soll. Diese Planung zeigt, wie die Menschen in Stein langfristig umweltfreundlich und sicher heizen können. Zum ersten Mal gibt es damit eine klare und umfassende Orientierung für die kommenden Jahre. Steins Erster Bürgermeister Kurt Krömer erklärt, dass die Stadt mit dieser Planung Verantwortung für die Zukunft übernimmt. Die Stadt wolle nicht einfach abwarten, sondern die Veränderungen frühzeitig planen und hat somit weit vor dem gesetzlich vorgegebenen Zeitpunkt 2028 ihre „Hausaufgaben“ erfüllt. Das Ziel sei eine Wärmeversorgung, die sicher und gleichzeitig klimafreundlich ist. Dabei soll der Wandel Schritt für Schritt und mit Bedacht erfolgen. Der Wärmeplan wurde zwischen September 2024 und Oktober 2025 gemeinsam mit dem ife erarbeitet. Grundlage dafür ist das bundesweite Wärmeplanungsgesetz, das seit dem 1. Januar 2024 gilt. Ein wichtiger Grund für die Planung ist der Klimaschutz. Beim Heizen entsteht ein großer Teil der CO₂-Emissionen. Viele Gebäude in Stein werden derzeit noch mit Erdgas oder Heizöl beheizt. Damit die gesetzlichen Klimaziele erreicht werden können und das Heizen langfristig bezahlbar bleibt, muss die Wärmeversorgung nach und nach umgestellt werden. Das Ziel ist, spätestens im Jahr 2045 vollständig ohne fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl auszukommen. Wichtig ist dabei: Der Wärmeplan bedeutet kein Verbot und auch keine direkte Pflicht für einzelne Bürgerinnen und Bürger. Niemand muss jetzt sofort seine Heizung austauschen. Der Plan dient vor allem als Orientierung und zeigt, welche Lösungen in den verschiedenen Stadtteilen langfristig sinnvoll und realistisch sein können. Für die Erstellung des Wärmeplans wurde zunächst genau untersucht, wie die Situation in Stein heute aussieht. Dazu wurde der Gebäudebestand der Stadt analysiert, der aktuelle Wärmeverbrauch in einer Abfrage bei den Hausbesitzern erfasst und die vorhandenen Gas- und Wärmenetze betrachtet. Außerdem wurde geschaut, welche Heizsysteme derzeit genutzt werden und welche Möglichkeiten es vor Ort für erneuerbare Energien gibt. Dabei wurden unter anderem Solarenergie, Umweltwärme, Geothermie, Biomasse und Abwärme aus Betrieben berücksichtigt. Auf dieser Grundlage konnte die Stadt erkennen, in welchen Gebieten der Ausbau oder der Neubau von Wärmenetzen sinnvoll sein könnte und in welchen Bereichen eher einzelne Lösungen, zum Beispiel Wärmepumpen, besser geeignet sind. Bereits bestehende Wärmenetze, wie etwa in Deutenbach oder im Krügel-Areal, spielen dabei eine wichtige Rolle für die zukünftige Versorgung. Außerdem wurden einige sogenannte Fokusgebiete festgelegt, in denen die Stadt als nächstes genauer prüfen will, welche Maßnahmen dort umgesetzt werden können. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Wärmeplan vor allem mehr Orientierungshilfe. Zwar ist damit noch nicht entschieden, wann und wo in jedem Stadtteil ein Wärmenetz gebaut wird, doch Eigentümerinnen und Eigentümer können sich besser einstellen, welche Möglichkeiten in ihrem Gebiet langfristig vorgesehen sein könnten. Gleichzeitig hilft der Plan der Stadt dabei, Fördermittel zu beantragen und notwendige Investitionen vorzubereiten. Mit dem Beschluss der kommunalen Wärmeplanung beginnt nun die nächste Phase. Die Stadt Stein wird gemeinsam mit den Stadtwerken Stein die wichtigsten Projekte weiter ausarbeiten, Machbarkeitsstudien vorbereiten und Förderprogramme des Bundes nutzen, zum Beispiel die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze. Außerdem soll regelmäßig überprüft werden, wie die Umsetzung voranschreitet. Die Bürgerinnen und Bürger sollen dabei weiterhin informiert und in den Prozess einbezogen werden. Die Kommunale Wärmeplanung ist damit ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz in Stein. Sie hilft dabei, die Wärmeversorgung langfristig sicher zu machen und schafft eine solide Grundlage für zukünftige Entscheidungen. Die Stadt Stein setzt damit ein klares Zeichen, dass der Umstieg auf klimafreundliche Wärme aktiv, verantwortungsvoll und transparent gestaltet wird – für die Menschen heute und für die kommenden Generationen.