Feierliche Verabschiedung: Stadt Stein ernennt Kurt Krömer zum Altbürgermeister

Nach 18 Jahren als Erster Bürgermeister und insgesamt 36 Jahren in der Kommunalpolitik wurde Kurt Krömer am 29. Juli in einem feierlichen Festakt in der Alten Kirche Stein offiziell verabschiedet. Über 100 Freunde, Wegbegleiter und Gäste aus der Politik sowie den Partnerstädten erwiesen dem passionierten Kommunalpolitiker die Ehre. Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Titels „Altbürgermeister“ durch seinen Nachfolger, den Ersten Bürgermeister Bertram Höfer, sowie der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Rund 40 Musikerinnen und Musiker des Symphonischen Blasorchesters der Stadt Stein spielten unter anderem Krömers Lieblingssong: Country Roads.
Es war somit ein emotionaler und würdiger Abschied für einen Mann, der die Stadt Stein über fast zwei Jahrzehnte geprägt hat. Bertram Höfer, der auf Beschluss des Stadtrates den Ehrentitel Altbürgermeister auch mit einer Urkunde überreichte, würdigte Krömers Einsatz in vielen städtischen Bereichen. Unter Krömers Ägide seien zahlreiche wichtige Projekte realisiert worden, darunter die Eröffnung des Forums Stein, der Bau des Hauses der Begegnung sowie die Schaffung von neuen Betreuungsplätzen für Kinder. Auch der Aufstieg Steins zum Hochschulstandort durch das Technologietransferzentrum sei in seine Amtszeit gefallen, so Höfer.
Landrat Bernd Obst hob in seinem Grußwort Krömers Bürgernähe während seiner 6.500 Tage währenden Verantwortung hervor. Eine Zahl beeindruckte Obst dabei besonders: Krömer besuchte rund 1.900 Steiner Neugeborene persönlich. „Für dich bestand eine Stadt nicht nur aus Straßen und Bebauungsplänen. Sie bestand vor allem aus Menschen“, betonte der Landrat. Auch auf Landkreisebene sei Krömer ein verlässlicher Partner gewesen, etwa als Zweiter Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe LEADER und an der Spitze des Kreisverbands des Bayerischen Gemeindetags.
Ein bewegender Moment des Abends war die Rede von Hanna Pruchniewska, der Bürgermeisterin der polnischen Partnerstadt Puck. Sie blickte auf eine 18-jährige enge Freundschaft zurück, die sich besonders in Krisenzeiten bewährt habe – von der Corona-Pandemie bis hin zur Hilfe für die Ukraine. „Wir konnten uns immer aufeinander verlassen. Du hast hier Spenden gesammelt und sie zusammen mit Walter Nüßler in einem bis zum Rand gefüllten Bus nach Puck gebracht. Du hast auch dem Hospiz in Lemberg geholfen“, so Pruchniewska. Sie lobte zudem Krömers große Verbundenheit mit der kaschubischen Kultur und erinnerte schmunzelnd an seinen Rekord beim traditionellen „Wëtok“-Tanz auf dem Marktplatz in Puck.
Zahlreiche weitere Wegbegleiter ergriffen das Wort, um Krömers Wirken zu ehren. Altlandrat Matthias Dießl, der 2008 zeitgleich mit Krömer ins Amt gekommen war, betonte in seiner Videobotschaft, dass Krömer bei all seinem Engagement für Stein stets auch das Wohl des gesamten Landkreises im Blick gehabt habe. Marco Kistner lobte Krömer als seinen Vorgänger im Vorsitz des Bayerischen Gemeindetags auf Kreisebene, in dem er unermüdlich für die 14 Kommunen gekämpft habe.
Die Zweite Vizepräsidentin des Bayerischen Gemeindetags, Dr. Birgit Kreß, hob die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit hervor und bezeichnete Krömer als „wahren Kommunalpolitiker“ - sie habe sofort einen sehr guten Draht zu ihm gehabt. Die Landtagsabgeordnete Petra Guttenberger lobte in ihrer Videobotschaft ebenfalls Krömers kommunalpolitische Verdienste.
Lothar Kirsch, langjähriger Fraktionschef der Steiner Bürger-Gemeinschaft (SBG), lobte die städtebauliche Entwicklung der letzten fast zwei Jahrzehnte unter Krömers Verantwortung. Johanna Dippold vom Sozialverein Lichtblick e.V. machte deutlich, wie viel der Verein und die Ausgabestelle der Fürther Tafel dem ehemaligen Bürgermeister zu verdanken hätten.
Die überregionalen Beziehungen würdigte auch der Bürgermeister von Steins Partnerstadt Falkenstein, Marco Siegemund, der Krömer für die enge Verbundenheit in all den Jahren dankte.
Am Ende der Veranstaltung blickte Krömer selbst auf seine 18 Jahre als Rathauschef zurück. Er dankte dem Stadtrat, der Verwaltung und zahlreichen Partnern für die gemeinsame Umsetzung wichtiger Projekte. Sein größtes Anliegen, so Krömer, sei es immer gewesen, dass es Familien und Kindern in Stein gut gehe und ausreichend Wohnraum geschaffen werde. Dabei betonte er auch den großen Rückhalt durch seine Familie, insbesondere seiner Frau und seiner Kinder, ohne die dieses kräftezehrende Amt nicht möglich gewesen wäre.
Ganz am Ende seiner Rede flossen bei ihm und manchem Gast im Saal Tränen der Rührung. Kurt Krömer durfte sich, wie die Altbürgermeister vor ihm, in das Goldene Buch der Stadt Stein eintragen. Es war der sichtbare Abschluss einer Ära für die Stadt Stein – und der Auftakt in einen neuen Lebensabschnitt für den frisch gebackenen Altbürgermeister.