Wandergesellin machte Halt im Rathaus

Seit gut drei Jahren ist Schreinerin Anna bereits auf ihrer Walz und bereiste die Länder Europas. Nun schaute sie auch in der Faberstadt vorbei.

Im Steiner Rathaus angekommen, wurde Schreinerin Anna von Erstem Bürgermeister Kurt Krömer begrüßt. Er überreichte der Gesellin ein Zehrgeld und zwei Stifte als Andenken an die Stadt Stein. Außerdem beurkundete den Besuch im Steiner Rathaus im Wanderbuch der Gesellin. Das Ziel der jungen Schreinerin ist zunächst der Harz, wo es viele Handwerksbetriebe gibt, die sie besuchen möchte. Nach Hause ins Schwabenland möchte sie danach jedoch noch nicht. Erst einmal möchte Anna noch fernere Länder bereisen, die Welt sehen, Kontakte knüpfen und ihr Handwerk pflegen.

Als Walz bezeichnet man die Wanderschaft eines Handwerksgesellen oder einer Gesellin nach Abschluss der Gesellenprüfung. Seit dem 12. Jahrhundert ziehen junge Handwerker und Handwerkerinnen durchs Land, um andere Regionen, Kulturen, aber vor allem neue Fertigkeiten in ihrem Fach kennenzulernen. Mindestens drei Jahre lang dürfen sie sich dem Heimatort auf 50 Kilometer, dem sogenannten Bannkreis, nicht nähern und muss sich durch Jobs bei Handwerksbetrieben das Geld für Unterkunft und Verpflegung verdienen. Vom Spätmittelalter bis Mitte des 18. Jahrhunderts war die Walz Voraussetzung für Gesellen, um die Meisterprüfung zu beginnen.

Weitere Nachrichten