Fachstelle für pflegende Angehörige in Stein eröffnet

Es kann jeden treffen. Und das aus heiterem Himmel. Pflege- oder hilfsbedürftige Menschen sind nicht immer unbedingt Senioren. Auch junge Menschen können durch Krankheit oder Unfall davon betroffen sein. Für die pflegenden Angehörigen bedeutet dies oft eine plötzlich veränderte schwierige Situation. Eine neue Fachstelle für pflegende Angehörige der AWO in Stein hilft ab sofort durch persönliche Einzelfallberatung - auf Wunsch auch zu Hause. Weitere solche Fachstellen gibt es bei der Diakonie sowie der Caritas in Fürth.

v.l. Seniorenbeauftragte des Landkreises Fürth Tanja Maier, Erster Bürgermeister Kurt Krömer, Leiterin der Fachstelle Manuela Fuckerer und Landrat Matthias Dießl vor dem "i-Punkt" in Stein.

Bislang war im Landkreis Fürth eine Fachstelle für pflegende Angehörige bei "Pflege Direkt" in Großhabersdorf angesiedelt. Durch einen Mitarbeiterwechsel wurde das Angebot nun aber neu strukturiert und von der AWO in Stein übernommen. "Somit gibt es weiterhin dieses wichtige Beratungsangebot in guter Lage direkt im Landkreis Fürth", freute sich Landrat Matthias Dießl. Das Landratsamt hatte den Wechsel organisiert. Wie der Landrat betonte, ist die Fachstelle in Stein beratend für den ganzen Landkreis tätig. Der Freistaat übernimmt einen Teil der laufenden Kosten, die andere Hälfte die AWO Fürth-Land.

Die neue Fachstelle ist im "i-Punkt" Stein direkt neben der Martin Luther Kirche zu finden. In dem Gebäude, das der Stadt Stein gehört, sind auch noch weitere soziale Angebote beheimatet. Steins Bürgermeister Kurt Krömer wünschte der neu eröffneten Fachstelle viel Erfolg: "Schön, dass diese Einrichtung in Stein ihr Zuhause gefunden hat. Die Stadt Stein stellt natürlich gerne eine passende Immobilie zur Verfügung, um diesen wichtigen Anlaufpunkt für pflegende Angehörige im Landkreis Fürth zu etablieren." Da Stein - gemessen an der Altersstruktur der Bürger - die älteste Kommune im Landkreis sei, befinde sich die Fachstelle an einem gut gewählten Ort.

Neue Herausforderungen bei plötzlichem Pflegefall

Wie Manuela Fuckerer, Leiterin der Fachstelle, berichtete, führt ein plötzlicher Pflegefall in der Familie immer wieder zu Konflikten. Thematische Schwerpunkte der Beratung sind: Pflegehilfsmittel, Pflegeversicherung, Einstufung in Pflegegrade, spezielle Beratung von Angehörigen demenziell erkrankter Menschen sowie Informationen über Entlastungsangebote für pflegende Angehörige wie etwa stundenweiser Einsatz durch qualifizierte Pflegerinnen und Pfleger, damit Angehörige wieder Kraft schöpfen können. Diese Einsätze sind mit den Pflegekassen abrechenbar.

Nach ihrer aktiven Zeit als examinierte Krankenschwester hat Manuela Fuckerer als Unterrichtsfachkraft für pflegende medizinische Berufe gearbeitet. Anschließend absolvierte sie ein Studium zur Prävention und Gesundheitsförderung. Sie selbst hat mehrere Jahre ihren Onkel und ihre Schwiegermutter gepflegt. "Daher weiß ich aus eigener Erfahrung um die Herausforderungen der Pflege", sagte sie. "Da geht es um Pflegeversicherung und Pflegestufen, Leistungen und Alltagshilfen bis hin zu barrierefreiem Wohnen."

Für pflegende Angehörige bedeute dies, dass sie mit Fragen konfrontiert würden, die ihnen bislang fremd gewesen seien. "Dabei möchte ich individuell beraten und unterstützen." Die Beratungsleistungen der Fachstelle sind kostenlos. Landrat Matthias Dießl und Bürgermeister Kurt Krömer wünschten für diese Aufgaben viel Erfolg.

Workshops für Angehörige

Jeden zweiten Mittwoch im Monat finden in der Fachstelle zwischen 20 bis 22 Uhr Workshops für Angehörige statt. Themen von "Hygiene in der Pflege" über "Umgang mit Demenz" bis hin zu "Selbstfürsorge, trotz Pflege Zeit für mich" stehen dort im Mittelpunkt.

Sprechzeiten

Montag: 14 - 17 Uhr
Mittwoch 17 - 20 Uhr

Kontakt

Martin-Luther-Platz 7, 90547 Stein
Tel. 0911 / 971914 - 69
Mobil: 0152 / 38950256
E-Mail: fachstellefpA(at)awo-fl.de
Website: www.awo-fl.de

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