Mit Marte Meo Kinder stärken: Kinderhaus Stein setzt auf besondere Methode

„Das Gute sichtbar machen und sich davon motivieren und stärken lassen“, das will die Marte-Meo-Methode, die das städtische Kinderhaus in Stein seit Herbst 2018 anwendet, erreichen, erklärt Leiterin Petra Henle-Dietzel. Mit zehn qualifizierten „Marte-Meo-Practitioners“, also speziell ausgebildeten Erzieherinnen, ist das Steiner Kinderhaus einzigartig in der Region.

Die stellvertretende Leiterin des Kinderhauses Claudia Cwikla (links) und Leiterin Petra Henle-Dietzel beleuchten das Thema Marte Meo für Ersten Bürgermeister Kurt Krömer (2. von links) und Landrat Matthias Dießl genauer.

Die Methode ist ein sogenanntes Entwicklungsbegleitungssystem, das von der Niederländerin Maria Aarts entwickelt wurde. Zehn Erzieherinnen des Kinderhauses haben die erforderlichen Lehrgänge absolviert und sind seit Herbst 2018 offiziell ausgebildete „Practitioner“ (deutsch: Anwender). Mit dieser Ausrichtung möchte das Kinderhaus Stein die Entwicklung der Kinder fördern und die Verbindung zwischen Eltern und Kind intensivieren. Mittels Videosequenzen können Situationen, beispielsweise im freiem Spiel oder in der Kommunikation mit Erwachsenen und anderen Kindern, analysiert werden. „Dabei gilt es vor allem, das Gute besonders groß zu machen“, so Henle-Dietzel. Das bedeutet, dass die gefilmte Videosequenz so geschnitten wird, dass der Betrachter vor allem das sieht, was das Kind besonders gut kann. „Zum Beispiel, wenn es im Spiel mit anderen besonders rücksichtsvoll ist“, so Henle-Dietzel. Die Kamera sei dabei keineswegs hinderlich, denn das Kinderhaus dokumentiert die Entwicklungen und Aktivitäten der Kinder schon lange mit Fotos, die im Kinderhaus aufgehängt und den Eltern gezeigt werden. Die Kamera sei deshalb kein Fremdkörper in den Gruppenräumen.

Was die Videosequenzen jedoch auch oft sichtbar machen, ist „dass wir Erwachsenen sehr oft zu schnell in unserem Handeln sind. Kinder kommen dabei gar nicht mit, werden gehetzt und verlieren die Verbindung zu den Erwachsenen“, erläutert die Kinderhaus-Leiterin gegenüber Landrat Matthias Dießl und Erstem Bürgermeister Kurt Krömer. Beide waren gekommen, um sich näher über die Methodik und den Stand der Ausbildung im Steiner Kinderhaus zu informieren. „Es ist bemerkenswert, mit wie viel Engagement sich die Erzieherinnen hier weiterbilden. Ich bin sicher, dass nicht nur ich als Bürgermeister, sondern auch die Eltern und Kinder sehr dankbar für diese Bereitschaft sind“, so Krömer. „Der Landkreis Fürth ist in Sachen Kinderbetreuung sehr gut aufgestellt und es gibt ein breites Angebotsspektrum. Das Kinderhaus Stein leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder“, stellt Landrat Matthias Dießl fest.

Bereits 2016 war die Marte-Meo-Methode Teil der 10. Familienkonferenz des Landkreises sowie 2017 des 13. Fachsymposiums im Landkreis Fürth.

Drei der bereits speziell ausgebildeten Erzieherinnen des Kinderhauses werden einen weiteren zweijährigen Aufbaukurs machen, um die Anwendung im Kinderhaus weiter auszubauen. Die Videoaufzeichnungen, die Bearbeitung und Analyse, all das sei zwar etwas zeitaufwendig, „aber es bringt uns und die Eltern so viel näher an die Kinder heran und das gibt uns Rückenwind zum Weitermachen“, so Petra Henle-Dietzel.

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