Neuer „Wendepunkt“ in Stein-Deutenbach

Die Busendhaltestelle Goethering in Stein-Deutenbach wurde völlig neu gestaltet und feierte ihre erfolgreiche Inbetriebnahme.

Damit schlägt die Stadt Stein gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen wird den Bussen der Linien 63 und 154 das Wenden und Abwarten von Standzeiten erleichtert, zum anderen konnte im gleichen Zug der barrierefreie Umbau der Bushaltestelle erfolgen.

Seit dem 10. August 2018 ist die neue Buswendeschleife freigegeben.  Die Gesamtkosten für die Neugestaltung der Busendhaltestelle Goethering belaufen sich auf rund 330.000 Euro, wovon knapp 250.000 Euro in den Straßenbau flossen.

Besonderes Augenmerk lag neben der Erweiterung auch auf dem Thema Barrierefreiheit. So hat der Bordstein eine Höhe von mindesten 20 Zentimeter, damit ein barrierefreier Einstieg in die Busse möglich ist. „Damit sind wir einen ganz bedeutenden Schritt weiter auf dem Weg zur Barrierefreiheit in der Stadt Stein“, betont Steins Erster Bürgermeister Kurt Krömer. „Ob ältere Bürgerinnen und Bürger, Menschen mit Handicap oder Familien mit Kinderwagen, alle sollten den ÖPNV gleichermaßen nutzen können“, so Krömer. Auch Landrat Matthias Dießl lobte die Neugestaltung der Busendhaltestelle: „Ich danke der Stadt Stein, dass sie die barrierefreie Umgestaltung der Bushaltestellen so konsequent verfolgt und zusätzlich mit Fahrradabstellmöglichkeiten ausstattet. Durch diese wichtige Maßnahmen wird der ÖPNV im Landkreis für alle Nutzer noch attraktiver“ so Landrat Matthias Dießl und weiter „außerdem ist durch den Umbau der Haltestelle nun ein konfliktfreies Wenden von gleich zwei Buslinien möglich.“

Wunsch von Stadt und St. Gundekar-Werk realisiert

Mit der Neugestaltung des Bushaltestelle Goethering erfüllt sich ein lang gehegter Wunsch des Linienbetreibers, der Stadt Stein sowie des Landratsamtes Fürth, das den Nahverkehrsplan erstellt. Die frühere Wendeschleife war für einen zeitgleichen Aufenthalt und das aneinander Vorbeifahren beider Linienbusse zu klein dimensioniert. Im Jahr 2010 wurde erstmals ein Umbau geprüft, für den keine Grundstücke zugekauft werden mussten. Schnell stellte sich heraus, dass der Umbau nicht ohne Grunderwerb aus dem benachbarten Privatgrundstück, der Seniorenwohnanlage des St. Gundekar-Werkes, umsetzbar ist. Auf diesem Kenntnisstand entstanden 2012 erste Vorentwürfe für die Neugestaltung. 2015 stellte das St Gundekar-Werk der Stadtverwaltung den notwendigen Grunderwerb in Aussicht, woraufhin detaillierte Pläne entstanden. Schließlich profitieren die rund 120 Bewohner der Seniorenwohnanlage von dem barrierefreien Umbau. Rund 170 m² der benachbarten Grundstücksfläche wurden von der Stadt Stein kurz darauf zugekauft. Damit entschied man sich für die Variante mit dem geringsten notwendigen Grunderwerb. Im Rahmen des Umbaus musste außerdem eine Trafostation der Stadtwerke Stein sowie das Wartehäuschen der Bushaltestelle versetzt werden. Der neue Fahrgastunterstand liegt nun zentral zwischen den Bussteigen der Linien 63 und 154. Das Trafohäuschen fand etwas weiter abseits seinen neuen Bestimmungsort. Für diese Verlegung fielen Kosten in Höhe von rund 70.000 Euro an, wobei Stromkabel für ein dynamisches Fahrgastinformationssystem, also eine digitale Anzeige der Busabfahrtszeiten in Echtzeit, sowie für geplante E-Bike-Ladestationen bereits mit verlegt wurden.

Weitere Umbauten beginnen bald

Noch bis Ende diesen Jahres sollen dem Goethering in Sachen Barrierefreiheit vier weitere Haltestellen mit insgesamt neun Bussteigen folgen: Die Haltestelle am Palm Beach mit insgesamt drei Haltepunkten, die zwei Haltestellen vor dem Gymnasium sowie beide Bussteige in der Sommerstraße und die Haltestellen Stein Kirche vor der Martin-Luther-Kirche. Diese neun Haltepunkte wurden gemeinsam ausgeschrieben und vergeben. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf insgesamt rund 440.000 Euro.

Im kommenden Jahr sollen drei weitere Bushaltestellen in puncto Barrierefreiheit modernisiert werden: Die Haltestellen Deutenbach Mitte, Fabergut und Unterweihersbuch. Die Kosten hierfür werden auf rund 330.000 Euro veranschlagt.

Auch Fahrradfahrer werden bedacht

Die Stadt wird mit diesen Maßnahmen nach und nach den Anforderungen des Programms „Bayern barrierefrei 2023“ gerecht. Das Landratsamt Fürth hatte gemeinsam mit den Kommunen eine Prioritätenliste erstellt. Die neun genannten Bushaltestellen haben die Priorität 1 und werden deshalb schnellstmöglich umgebaut. Für den Umbau aller Haltestellen mit Priorität 1 ergeben sich Kosten von rund 1,1 Mio. Euro inklusive der Straßenbaukosten. Die Regierung von Mittelfranken stellte hierfür Fördergelder in Höhe von rund 465.000 Euro in Aussicht. Im Zuge der Umbaumaßnahmen werden kleinere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder mitgebaut; großzügigere Abstellmöglichkeiten sollen in zweiter Instanz folgen, sobald hierfür ein gesonderter Förderbescheid eingegangen ist.

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