Masterplan für Glasfaserausbau in Stein

Nach einem positiven Förderbescheid vom Freistaat Bayern wurden bereits die Verträge für den weiteren Netzausbau in der Faberstadt unterzeichnet. Als Grundlage dient ein Breitband-Masterplan, der eigens für die Stadt Stein angefertigt wurde.

Am 23. Juli nahm Bürgermeister Kurt Krömer den Förderbescheid zum Ausbau der vorhandenen Breitbandversorgung mit modernster Glasfasertechnik von Heimatminister Albert Füracker entgegen. Damit erhält die Stadt Stein rund 188.000 € Förderung zu ihrer Ausbauinvestition von 269.000 €. Bereits einen Tag nach Erhalt des Förderbescheids stellten Bürgermeister Krömer und Geschäftsführer der Stadtwerke Stein René Lukas die letzte Weiche für den Baubeginn und unterzeichneten einen Kooperationsvertrag.

Zuvor hatte Frank Zahorik als Breitband-Pate der Stadt Stein zunächst eine Analyse der bestehenden Versorgungssituation in Auftrag gegeben. Das Büro Stephan Schröder aus Schwabach ermittelte zwei Fördergebiete, die künftig über FTTH (Fibre To The Home) mit Glasfasertechnik versorgt werden können: das Industriegebiet Mühlstraße / Föhrenweg sowie den Ortsteil Unterbüchlein. Für diese Gebiete fand im Anschluss eine öffentliche Ausschreibung auf dem Internetportal des Bayerischen Breitbandzentrums statt, an der sich drei Wettbewerber beteiligten; das wirtschaftlichste Angebot haben dabei die Stadtwerke Stein abgegeben. Nach Bestätigung der Vergabe durch den Stadtrat konnte die Kooperation nun vertraglich besiegelt werden.

Die Ausbaukosten in Höhe von ca. 269.000 € werden nun zu 70 % vom Freistaat Bayern übernommen. Die verbleibenden rund 80.000 € finanziert die Stadt Stein.

Herr Lukas freut sich, „dass die Stadtwerke Stein nun gemeinsam mit der Stadt Stein die Voraussetzungen schaffen, um im Stadtgebiet zukunftssicheres Internet anbieten zu können“. Bürgermeister Krömer betonte: „Vor allem für die gewerblichen Nutzer ist dies mit großen Vorteilen verbunden, da sie dadurch noch kundenorientierter arbeiten und schnellere Lösungen anbieten können.“

Nach Abschluss der geförderten Ausbaumaßnahmen wird den Steiner Bürgerinnen und Bürgern ein gutes bis sehr gutes Breitbandnetz zur Verfügung stehen. Die bestehende Infrastruktur der Deutschen Telekom wird dort, wo aktuell noch keine Mindestgeschwindigkeiten von 30 Mbit/s erreicht werden, im Rahmen sog. Eigenausbauerklärungen bis Ende 2019 ertüchtigt werden. Die Stadtwerke Stein werden insbesondere bei der Erschließung von künftigen Neubaugebieten neben der Wasser- und Energieversorgung auch entsprechende Telekommunikationsprodukte anbieten.

Ein Masterplan weist den Weg

Wenige Tage später erhielten die Stadt Stein und die Stadtwerke Stein einen Masterplan, der ganz konkrete Maßnahmen für den Ausbau des Glasfasernetzes in der Faberstadt definiert. Das Planungsbüro planungsplus GmbH, eine Tochter der auch in Stein niedergelassenen Nibler-Unternehmensgruppe, berücksichtigte bei der Erstellung des Plans bestehende Leitungen, Anschlussschächte und Verteilerkästen. Das Stadtgebiet wurde in sogenannte Schrankbereiche unterteilt. 44 dieser Schrankbereiche gibt es laut Plan. Um die Faberstadt lückenlos mit Glasfaserleitungen zu versorgen, müsste in jedem einzelnen Bereich ein solcher Schrank bzw. Hauptverteiler gebaut werden.

Der Masterplan geht bis in die Detailplanung und soll als eine Art Handbuch für den Glasfaserausbau in Stein dienen. „Das heißt ganz konkret, wenn die Stadtwerke Stein ein Wohngebiet an das Glasfasernetz anbinden möchten, finden sie alle dafür relevanten Informationen in diesem Masterplan“, erklärte Wilhelm Wittmann von planungsplus, „er kann wie eine Blaupause verwendet werden“. Erster Bürgermeister Kurt Krömer bedankte sich für die aufwendige Arbeit und die gute Absprache zwischen dem Planungsbüro, den Stadtwerken Stein und dem Breitband-Paten der Stadt Stein Frank Zahorik (Stadtbauamt). „Für uns ist das ein ganz wichtiger Schritt, um die Versorgung im Stadtgebiet zu verbessern und auf ein zukunftssicheres Fundament zu stellen“, so Krömer. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Stein René Lukas gab sich entschlossen, alle kommenden Förderprogramme zu prüfen, um die Glasfaser in die Steiner Haushalte zu bringen. „Zudem werden wir alles, was wir als Stadtwerke an Eigeninvestitionen leisten können, einbringen und diese neue Aufgabe mit Nachdruck angehen“, so Lukas.

Die Umsetzung des Masterplans wird realistisch betrachtet einige Jahre in Anspruch nehmen. "Die anstehenden Arbeiten sind derart aufwendig, dass diese nicht innerhalb der nächsten zwei oder drei Jahre erfolgen können", so Breitband-Pate Frank Zahorik. Beim Glasfaserausbau handele sich vielmehr um ein langfristiges Projekt.

Strenge Förderkriterien

Viele deutsche Städte werden beim Glasfaserausbau nicht vom Bund gefördert. Grund dafür ist, dass in vielen Stadtteilen bereits eine sogenannte Mindestversorgung gegeben ist. Das bedeutet, dass Kabel Deutschland oder die Telekom bereits Anschlüsse mit Übertragungsraten von 30 Mbit/s oder schneller anbieten und diese Gebiete aktuell deshalb nicht die Kriterien für eine Förderung erfüllen. In Stein gehören zu diesen Gebieten derzeit Deutenbach und Alt-Stein sowie das Wohngebiet am Fasanenring. Trotzdem werden auch in diesen Gebieten Vorkehrungen getroffen, um für die Zukunft gerüstet zu sein: Sobald Tiefbau-Maßnahmen z. B. an Wasserleitungen durchgeführt werden, nutzt man die Gelegenheit, um „Leerrohre“ zu verlegen. In diese Rohre, auch „Speedpipes“ genannt, können später Glasfaserleitungen mit Luftdruck eingeblasen werden, ohne weitere Baustellen und offene Straßen. Lediglich für den Hausanschluss muss im Normalfall der Gehweg noch einmal geöffnet werden.

Der Masterplan wurde von der Stadt Stein in Auftrag gegeben und von dem Planungsbüro planungsplus GmbH angefertigt. Die Kosten von rund 28.000 Euro wurden von der Bundesregierung gefördert.

Wer mehr über die Glasfaser und deren Netzausbau erfahren möchte, findet hier ein Youtube-Video, in dem die Technologie einfach erklärt wird.

  • Am 23. Juli nahm Erster Bürgermeister Kurt Krömer den Förderbescheid zum Ausbau des Glasfasernetzes in Stein von Heimatminister Albert Füracker entgegen. (Foto: StMFLH)
  • Einen Tag später unterzeichneten Bürgermeister Kurt Krömer (links) und Geschäftsführer der Stadtwerke Stein René Lukas den Vertrag zum Ausbau des Glasfasernetzes in Stein. Maßgeblich daran beteiligt und bei der Unterzeichnung anwesend war auch der Breitband-Pate der Stadt Stein Frank Zahorik (Mitte).
  • v.l.: Simon Kranz (Stadtwerke Stein), André Lang und Wilhelm Wittmann (planungsplus GmbH), Frank Zahorik (Breitband-Pate der Stadt Stein), René Lukas (Geschäftsführer Stadtwerke Stein) und Erster Bürgermeister Kurt Krömer, Marit Kraft (planungsplus GmbH), Dieter Strohmaier (Firma Nibler) und Gerhard Linz (Stadtwerke Stein).
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