"Kultur-Quartier Stein" soll an der Mühlstraße barrierefrei entstehen

Eine Begegnungsstätte für Steiner Bürger, Künstler und Vereine - das ist die Vision für das Fachwerkhaus in der Mühlstraße 1, in dem das Heimatmuseum und die Stadtbücherei zu Hause sind. Abzuwarten bleibt die Entscheidung des Stadtrates am 20. März.

Auf der Freifläche neben dem Fachwerkhaus könnte ein Anbau entstehen. Die dazugewonnene Fläche würde der Stadtbücherei und dem Heimatmuseum zugute kommen und zusätzlich Räume für Veranstaltungen und Seminare spenden.

Begegnungsstätte für Bürger, Künstler und Vereine

Bereits im August 2016 keimte die Idee, das Fachwerkgebäude der Stadtbücherei und des Heimatmuseums neu zu konzipieren. Erste Visionen von Nicola Kemmer aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit entstanden in Zusammenarbeit mit der Fürther Historikerin und Germanistin Monika Dreykorn, die Konzeptgeberin für eine geplante Ausstellung "Das Leben der Faberer" ist.

Von verschiedenen Konzept-Varianten, die am 31. Januar 2017 den Mitgliedern des Stadtrates vorgestellt wurden, entschied sich der Stadtrat der Stadt Stein für die flächenmäßig größte Umsetzung und Neugestaltung auf dem städtischen Grundstück. "Mit dem neuen Kultur-Quartier Stein an der Mühlstraße wollen wir den Steiner Bürgern eine Begegnungsstätte bieten, die sich in ihrer Vielfalt und Attraktivität präsentiert. Sei es im musealen, bildenden, musischen, künstlerischen, gesellschaftlichen wie auch literarischen Bereich. Hier kann ein Ort der Begegnung entstehen, an dem sich zu den unterschiedlichsten Anlässen die Steiner Bürgerinnen und Bürger treffen und Veranstaltungen genießen können", so Steins Erster Bürgermeister Kurt Krömer. "Gleichzeitig nutzen wir an dieser Stelle die Synergien aus den Besuchergruppen des Faber-Castell Museums 'Alte Mine' wie auch des Schlosses Faber-Castell", so Krömer weiter.

Vielfältige Nutzung für jede Alters- und Besuchergruppe

Aus dem Fachwerkhaus in der Mühlstraße 1 könnte nach positiver Entscheidung des Stadtrates das Kultur-Quartier Stein wachsen. Die Entstehung des Kultur-Quartiers würde bedeuten, dass es neben dem dann neu konzipierten Heimatmuseum und der vergrößerten Stadtbücherei, die den Anforderungen der Zukunft entsprechen wird,  weitere Räume und Nutzungsmöglichkeiten geben soll: In dem historischen Gewölbekeller des Fachwerkgebäudes, der auch als Jazz-Keller unter Musikfreunden bekannt ist,  sollen zukünftig Veranstaltungen stattfinden: Jazz-Frühschoppen, Matineen und Kabarett beispielsweise. Im Neubau soll ein großer Raum als  Atelier-, Seminar- oder Tagungsraum entstehen, der von Steiner Vereinen  für Versammlungen und  Vorträge genutzt werden kann. Auch ein neues Café, in Verbindung mit der Bücherei und der Akademie Faber-Castell als Literatur-Café, ist für das Kultur-Quartier Stein vorgesehen.
Darüber hinaus könnten dann in den Museumsräumlichkeiten auch standesamtliche Hochzeiten getraut werden, was von vielen Hochzeitspaaren in der Vergangenheit gewünscht wurde. Weiter ist daran gedacht, dass sich im Eingangsbereich des neuen Kultur-Quartiers Stein, die Tourist-Information ihre Heimat findet.

Die genau Raumaufteilung für die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten im Kultur-Quartier Stein muss noch durch das Architekturbüro erarbeitet werden.

Ein zweigeschossiger Erweiterungsbau auf der benachbarten Freifläche des Heimatmuseums soll deutlich mehr Raum schaffen und über Gänge mit dem Bestandgebäude verbunden werden, so dass alle Ebenen barrierefrei zu erreichen sind.

Entscheidung soll am 20.03.2018 fallen


Drei Entwürfe von Planungsbüros lagen dem Stadtrat in seiner Sitzung am 28.02.2018 vor. Sie sind in ihrer Darstellung und Größe ganz unterschiedlich. So variieren die Planungen von einer Nutzfläche zwischen fast 460 m² als Minimallösung bis zu 1.200 m² als größte Lösung, was sich natürlich in den Baukosten widerspiegelt, die zwischen 1,5 Mio. Euro und 3,5 Mio. Euro liegen.

Wunsch des Stadtrates war es nun, sich innerhalb der Fraktionen beraten zu können und dann am 20.03.2018 die weiteren Schritte zu beschließen.
"Die Signale aus dem Stadtrat waren grundsätzlich positiv, dieses Thema anzupacken. Nun liegt es daran, sich über die Größe und die bestmögliche zukunftsorientierte Lösung zu verständigen", sagte Bürgermeister Kurt Krömer. Als Beispiel sei hier die Bücherei angeführt. Die Anforderungen an Büchereien haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert und somit auch das Ausleihverhalten. Dies belegen die Nutzerzahlen wie in der Volksbücherei Fürth, die neu gebaut und vergrößert wurde. Mit dem Kultur-Quartier kann Stein auf die sich verändernden Anforderungen reagieren.

Die Stadtverwaltung ist nun aufgefordert, entsprechende Fördermöglichkeiten bei den unterschiedlichsten Stellen abzuklären.

Mitte bis Ende 2019 könnte die bauliche Umsetzung beginnen. Zuvor steht noch ein langwieriges, europaweites Vergabeverfahren an, das vor Vergabe der Dienstleistungen durchzuführen ist. Zunächst bleibt jedoch die Entscheidung des Stadtrates abzuwarten. Im Rahmen der nächsten Sitzung am 20. März 2018 wird die Entscheidung über die Zukunft des Kultur-Quartiers Stein fallen.

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