Bürgerversammlungen der Stadt Stein

Die Stadt Stein hatte zur ersten von zwei Bürgerversammlungen am 6. Februar im Rathaus eingeladen. Die Teilnehmer erwartete ein ausführlicher Bericht über die Entwicklung der Stadt Stein im Jahr 2017 sowie die anschließende Möglichkeit zum offenen Diskurs.

"Schön, dass Sie hier sind", begrüßte Zweiter Bürgermeister Bertram Höfer, der die Leitung der Bürgerversammlung übernahm, die Anwesenden. Zahlreiche Stadträtinnen und Stadträte waren der öffentlichen Einladung ebenso gefolgt, doch "heute geht es um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die hier zum offenen Diskutieren eingeladen sind", erklärte Bertram Höfer.

Der erste Tagesordnungspunkt von insgesamt drei sah einen Bericht des Ersten Bürgermeisters Kurt Krömer vor, der die wichtigsten Entwicklungen der Stadt Stein unter den Themenschwerpunkten Bevölkerungsentwicklung, Wohnungsbau, Kinder, Familien, Bildung und Soziales sowie Naherholung, Umwelt und Tourismus darstellte. Auch ein Rückblick auf das Jubiläumsjahr der Stadt Stein, das von Nicola Kemmer koordiniert wurde, anlässlich 40 Jahre Stadterhebung und 200 Jahre Lothar von Faber durfte nicht fehlen. Vor allem das Jubiläums-Open-Air von 7. bis 9. Juli mit der "Spider Murphy Gang" als Highlight blieb den Steinern im Gedächtnis. "So schön es auch war, so ein Event können wir natürlich nicht jedes Jahr stemmen, allein schon aus finanzieller Sicht", erklärte Kurt Krömer wehmütig, "aber zum 50. Jubiläum der Stadterhebung im Jahr 2027 lässt sich die Stadtverwaltung sicherlich wieder etwas besonderes einfallen".

Bevölkerungsentwicklung und Bauvorhaben

Die Einwohnerzahl der Stadt Stein ist erneut leicht gestiegen, von 14.517 zum Jahresende 2016 auf 14.567 zum Abschluss des Jahres 2017. Dokumentiert wurden weiterhin 185 Sterbefälle und 98 Geburten in der Stadt Stein. Für eine stärker wachsende Einwohnerzahl werden jedoch die Bauvorhaben der Stadt Stein in den nächsten Jahren sorgen. So wird an der Ecke Mühlstraße/Schützenstraße eine neue Wohnanlage mit 51 Wohnungen, 65 Stellplätzen und 22 öffentlichen Parkplätzen entstehen. Im Zuge dessen wird ein öffentlicher Weg von der Schützenstraße zum Nahversorgungszentrum in der Mühlstraße entstehen.

Im neuen Wohngebiet Gerstenstraße/Dinkelweg entstehen derzeit die ersten Gebäude. Neben Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern sowie Mehrfamilienwohnen wird dort ein Kindergarten mit 104 Plätzen entstehen, der von der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde errichtet und mit Zuschüssen mitfinanziert wird.

Weitere Wohnung werden auf dem 2017 erworbenen Grundstück an der Hauptstraße 90 entstehen, wo ein Gebäude mit Sozialwohnungen errichtet wird. Die Bauarbeiten auf dem Grundstück sollen noch im Jahr 2018 beginnen.

In der Rubrik Naherholung, Umwelt und Soziales wurde auf das "1. Bürgerforum Radverkehr Stein" zurückgeblickt, das im Sommer 2018 in die zweite Runde geht. Das Bürgerforum soll die Planung und Umsetzung eines neuen Radverkehrskonzeptes für die Stadt Stein unterstützen und den Weg zur Zertifizierung als "Fahrradfreundliche Kommune" durch die AGFK ebnen.

Das Projekt "Wallensteins Lager", für das die Stadt Stein mit den Städten Oberasbach und Zirndorf eine Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit unterzeichnet hat, wurde ebenfalls kurz vorgestellt. In den kommenden drei Jahren soll das Projekt nach einer einjährigen Planungsphase in die Umsetzung gehen. Damit wird ein wichtiger Teil der Geschichte des Landkreises aufgearbeitet und nicht nur für Bürger, sondern auch für Touristen erlebbar werden.

"Viel Geld werden wir demnächst für den barrierefreien Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ausgeben", erklärte Bürgermeister Kurt Krömer mit Blick in die Zukunft. Der Bayerische Ministerpräsident hat im November 2013 das Ziel vorgegeben: Bayern soll bis 2023 im gesamten öffentlichen Raum und im gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) barrierefrei werden.
Im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsentwicklungsplanes des Landkreises Fürth war die "Barrierefreiheit" ein Teilaspekt. In der Stadt Stein gibt es insgesamt 67 Haltepunkte, davon 17 mit "Priorität 1". Die Umsetzung des barrierefreien Ausbaus wird im Jahr 2018 beginnen und mehrere Hunderttausend Euro kosten. "Das Ziel ist, dass es allen Menschen, ob mit oder ohne Handicap, möglich ist, am öffentlichen Leben teilzunehmen", so Krömer.

Finanzen der Stadt Stein


Was die Finanzen der Stadt Stein angeht, so fasst der Verwaltungsaushalt für das Jahr 2018 eine Summe von rund 38 Millionen Euro, wobei knapp ein Sechstel des Geldes als Kreisumlage an den Landkreis Fürth fließt. Die Pro-Kopf-Verschuldung in der Stadt Stein liegt bei 936,29 Euro und ist damit leicht gesunken, da der Schuldenstand um 480.000 Euro abgebaut werden konnte. Zum dritten Mal in Folge wird die Stadt Stein keine Kredite aufnehmen.

Die finanziell größten Maßnahmen im Jahr 2017 waren:


1.120.000 €    Investitionsförderung Kita-Neubau Jagdweg
1.000.000 €    Generalsanierung Mittelschule Stein - Restfinanzierung
1.000.000 €    Generalsanierung u. Neubau Hort, Stuttgarter Straße
   900.000 €    Ausrüstungsbeschaffungen für Steiner Feuerwehren
   700.000 €    Generalsanierung Denkmalschutzhaus Asbacher Weg 3
   566.000 €    Maßnahmen zur Abwasserbeseitigung/Kanalsanierung
   500.000 €    Gaststätte Altes Spital - Küchenumbau    
   500.000 €    Sozialer Wohnungsbau
   400.000 €    Kommunalbetrieb Stein – Darlehen

Bürgeranfragen betrafen überwiegend den Verkehr

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern betrafen zum Großteil den Verkehr. So wurde angeregt, eine Beschränkung auf 30 km/h für den Straßenverkehr im Jagdweg in Richtung Gerasmühle zu verlängern, sofern diese wegen der neuen Kita im Jagdweg eintritt. Weitere Anregungen bezüglich des Steiner Straßenverkehrs wurden von Bürgermeister Krömer beantwortet und zur weiteren Prüfung vermerkt.

Am Mittwoch, den 7. Februar fand eine zweite Bürgerversammlung in Gutzberg im Gasthof "Schwarzer Adler" statt.

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