"Gleichheit, Redlichkeit und Treue": Jahrtag der Feldgeschworenen im Schloss

Nach einem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche im Zentrum Steins versammelten sich rund 200 Feldgeschworene aus Stadt und Landkreis Fürth im Schloss Faber-Castell in Stein, um den 39. Jahrtag der Feldgeschworenenvereinigung in besonders festlicher Atmosphäre zu begehen.

"Das Feldgeschworenenwesen ist das wohl älteste kommunale Ehrenamt Bayerns", erzählte Vorsitzender der Fürther Feldgeschworenenvereinigung Hans Satzinger in seiner Eröffnungsrede. Die Feldgeschworenen, auch "Siebener" genannt, wachen seit dem 13. Jahrhundert über die Einhaltung von Grundstücksgrenzen, indem sie Grenzsteine setzen, die bei Unstimmigkeiten als Beweis gelten. Dabei halten sie das "Siebenergeheimnis" ein, welches die genaue Setzung und Markierung der Steine vorgibt, sodass kein Fremder beliebig Grundstücksgrenzen manipulieren kann.

Seit Einführung des staatlichen Vermessungsamtes arbeiten die Siebener eng mit den Behörden zusammen. Bei der Vermessung von Neubaugebieten sind Feldgeschworene besonders gefragt. Aufgrund ihrer bemerkenswerten örtlichen Kenntnisse und durch ihre verlässliche und neutrale Arbeit schaffen die ehrenamtlichen Siebener Vertrauen zwischen den Grundstückseigentümern und den Vermessungsbehörden. Oftmals nehmen sie bei Unstimmigkeiten eine Vermittlerrolle ein und gewährleisten so ein friedliches Zusammenleben innerhalb der Gemeinden. Dafür dankten alle Redner den Feldgeschworenen. Dr. Rainer Bauer vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat hielt einen Fachvortrag über die Bestreben des Staatsministeriums und der daraus resultierenden Verbindung zu den Feldgeschworenen. "Die Feldgeschworenen sind etwas ganz besonderes, das wissen wir im Landkreis Fürth schon lange", so Landrat Matthias Dießl. Das Bayerische Feldgeschworenenwesen wurde 2016 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO-Kommission aufgenommen.

"Fast hätte es hingehauen, dass der 40. Jahrtag der Fürther Feldgeschworenen und unser 40. Stadtjubiläum auf Jahr ein fallen. Doch auch mit der 39 davor ist diese Veranstaltung ein schöner Abschluss des Jahres in unserem Veranstaltungskalender", so Steins Erster Bürgermeister Kurt Krömer, der die zahlreichen Feldgeschworenen noch einmal herzlich im Schloss Faber-Castell begrüßte und sich für ihr lebenslanges Ehrenamt bedankte. Er selbst mache regelmäßig Flurumgänge mit den Siebenern Steins, um die Verbindung zwischen Feldgeschworenen und Stadtverwaltung zu stärken.

Unter den geladenen Gästen befanden sich auch Mathias Kreitinger, Stadtrat für die Bereiche Recht, Ordnung und Umwelt der Stadt Fürth sowie die Landtagsabgeordneten Petra Guttenberger, Horst Arnold und Harry Scheuenstuhl.

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Vereidigung neuer Siebener, darunter Holger Lohbauer aus Stein-Gutzberg, der feierlich in den Kreis der Feldgeschworenen in Stein aufgenommen wurde.

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