Der Winterdienst ist bereit für Schnee und Frost

Noch bevor Autofahrer an den ersten Schneefall denken, bereitet sich der Winterdienst auf den Jahreszeitenwechsel vor. Bei Schnee und Frost sorgt der Winterdienst dafür, dass Straßen und Wege sicher sind. Und das alles, während die meisten noch tief und fest schlafen.

Die Fahrzeuge für den Winterdienst sind bereits fit. Genauso wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Insgesamt 125 km städtische Straßen und Wege haben die Mitarbeiter vom Bauhof und der Gärtnerei bei winterlicher Wetterlage jeden Tag zu räumen oder zu streuen. Zur Verfügung stehen ihnen dabei fünf Fahrzeuge - drei Kleinräumfahrzeuge für Geh- und Radwege und zwei Großräumfahrzeuge für die Fahrbahnen.

Wenn sich Schneefälle oder Glatteis ankündigen, finden schon in der Nacht Streudienst-Kontrollfahrten statt. Der "Rufer" fährt die Route ab und alarmiert bei Bedarf die Kollegen. Zehn Mitarbeiter, die im Schichtbetrieb arbeiten, sorgen den Winter über für geräumte Straßen und Wegen. Spätestens ab 4:30 Uhr startet der Winterdienst seine Arbeit, damit bei einsetzendem Berufsverkehr alle wichtigen Straßen befahrbar sind.

"Erste Priorität haben die Straßen mit Bus- und Schulbuslinien, danach folgen weitere für den Verkehr wichtige Straßen", erklärt Bernd Predatsch vom Bauamt.

"In unserer verhältnismäßig kleinen Stadt haben wir einen entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zur Großstadt sind bei uns die Fahrzeuge werktags auch auf engen Nebenstraßen unterwegs, wenn es die Wetterumstände verlangen", weiß Erster Bürgermeister Kurt Krömer. "Wir können uns auf unsere Mitarbeiter vom Bauhof verlassen und das macht unser aller Leben nicht nur sicherer, sondern auch nervenschonender", lobt er die Frauen und Männer vom Winterdienst.

Die Räum- und Streupflicht umfasst in Städten bis 20.000 Einwohner nur die verkehrswichtigen Straßen mit gefährlichen Stellen. "Verkehrswichtig" ist eine Straße dann, wenn mindestens 800 Fahrzeuge pro Tag auf ihr unterwegs sind. Dazu gehören in Stein zum Beispiel auch der Pfarrweg ab der Stuttgarter Straße oder der Jagdweg bis zur Gerasmühle.

Die Räum- und Streupflicht für die Bürger ist in der "Verordnung über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen und die Sicherung der Gehbahnen im Winter" geregelt. Darin steht unter anderem, dass bei Schnee oder Glatteis die Gehbahnen mit Sand oder anderen geeigneten Stoffen, jedoch nicht mit ätzenden Stoffen gestreut werden dürfen, da Salz zum Beispiel Hundepfoten angreift. Anders sieht es auf den öffentlichen Straßen aus.

Rund 100 bis 150 Tonnen Streusalz werden jährlich, je nach Härte des Winters, auf den Straßen verbraucht. "Sicherheitshalber haben wir 200 Tonnen Streusalz auf Vorrat eingelagert. Denn bei jedem Streugang kommen vier bis fünf Tonnen davon auf die Fahrbahnen in Stein", erklärt Stephan Haberland vom Bauhof. Auf den Gehwegen wird lediglich Granulat gestreut.

Dabei ist der Einsatz des Materials fast schon eine Wissenschaft für sich: Ab minus acht Grad Celsius reagiert das Salz nicht mehr richtig und auch wenn der Schnee zu trocken ist, kann das Salz nicht effektiv angreifen. So müssen die Mitarbeiter der Stadt aus ihrer Erfahrung heraus auf die geeignetsten Maßnahmen zurückgreifen. So ist es manchmal besser, festgefahrenen Schnee auf einer Straße zu belassen, statt Salz zu streuen. Denn was durch das Salz den Tag über auftaut, gefriert bei entsprechender Witterung in der Nacht wieder und die Fahrbahn ist am nächsten Tag glatter als vorher.

So sehr manche die verschneite Winterlandschaft genießen, frü die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofs bricht nun eine sehr arbeitsintensive Zeit an. "Ich danke Ihnen herzlich für Ihren Einsatz. Natürlich betrifft das das ganze Jahr, jedoch jetzt im Winter erst recht", so Bürgermeister Krömer.

 

Auszug aus der Reinigungsverordnung:

Aufgrund der Reinigungs-Verordnung müssen die Gehwege zwischen 7 Uhr (sonntags 8 Uhr) und 20 Uhr geräumt und gestreut werden. Gibt es an einer Straße keinen Gehweg, gilt die Verpflichtung für die sogenannten Gehbahnen am Rand der Fahrbahnen. Das Räumen und Streuen ist tagsüber so oft zu wiederholen, wie es zur Vermeidung von Gefahren erforderlich ist. Verpflichtete, die selbst den Winterdienst nicht durchführen können (Urlaub, Krankheit etc.) müssen sicherstellen, dass der Winterdienst trotzdem durchgeführt wird (z.B. durch einen Hausmeisterdienst). Mieter sind evtl. privatrechtlich durch Mietvertrag verpflichtet, die Sicherung anstelle des Hauseigentümers vorzunehmen. Zum Streuen dürfen zum nur abstumpfende Mittel wie Sand oder Splitt, jedoch keine ätzenden Stoffe (z.B. Salz) verwendet werden.

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