Stein will fahrradfreundliche Kommune werden

Es ist nicht nur gut für die Gesundheit und schützt vor langen Staus, es macht auch Spaß: Das Fahrradfahren. Umso wichtiger sind angepasste Verkehrsführungen, ausreichend Platz für alle Beteiligten und bequeme Abstellmöglichkeiten

  • Auf dem Rad durch Stein
Vor dem Rathaus startete die Fahrradttour, auf der sich das Gremium der AGFK einen Eindruck von der Fahrradfreundlichkeit in Stein machte.

Um offiziell zum Kreis der fahrradfreundlichen Kommunen zu gehören, braucht es grünes Licht von der AGFK - der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern e.V.. Die AGFK ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kommunen und Landkreisen. Der Landkreis Fürth ist wie die Stadt Stein seit 2012 Mitglied - beide zählen damit zu den Gründungsmitgliedern der Gemeinschaft. Seit OKtober 2016 ist der Landkreis Fürth als fahrradfreundlicher Landkreis zertifiziert.

Auch die Stadt Stein hat sich auf den Weg zur fahrradfreundlichen Kommune begeben, um Radfahren für jedermann und jede Frau attraktiv, sicher und bequem zu machen. Um das Zertifikat zu erhalten, besuchte eine Bewertungskommission der AGFK am 9. November die Stadt Stein. Diskutiert und analysiert wurden verschiedenste Kriterien zu den Themen "Infrastruktur", "Service", "Information" und "Öffentlichkeitsarbeit" - die vier Säulen der Radverkehrsförderung. Mitarbeiter des Bauamtes, Frau Joanna Bacik vom Landratsamt sowie interessierte Stadträte beteiligten sich an der Diskussion. Nach einer Vorbesprechung ging es dann natürlich auf Fahrrädern durch das Stadtgebiet, um sich ein Bild von der Verkehrssituation in Stein aus Sicht der Radler zu machen und markante Stellen direkt vor Ort beurteilen zu können.

Trotz Makel auf einem guten Weg

Einer dieser markanten Punkte, an denen sich in Zukunft viel ändern muss und wird, ist die "Schlosskreuzung", die die Stadt Stein und die Stadt Nürnberg bis 2018 als gemeinschaftliches Projekt angehen werden.

Hingegen findet die Möglichkeit sich ein Fahrrad auszuleihen, wie an der Verleih-Station am Martin-Luther-Platz, Anklang. "Der Verleih wird von den Bürgern gut angenommen. Wir beobachten, dass es vor allem Besucher aus den Nachbarstädten mit einem Leihfahrrad nach Stein zieht und sie ihre Räder dort bequem abstellen können", erklärte der Leiter des Bauamtes Wolfgang Schaffrien.

Desweiteren spielen auch die Abstellmöglichkeiten im Stadtgebiet eine große Rolle, denn die sogenannten "Felgenkiller" sind für Freunde des Radvergnügens längst tabu. Viel zu schlecht ist der Halt, außerdem kann es durch die Vorderradhalter leicht zu Deformierungen kommen und der Diebstahlschutz ist ungenügend. Mit den Anlehnbügeln, die teilweise überdacht sind, ist die Stadt Stein in diesem Punkt auf einem guten Weg.

In großen Schritten zur Zertifizierung

2017 möchte die Stadt Stein auch mit einem Radweg zur Themenstraße Burgenstraße gehören. "Wir sehen großes Potenzial für Stein als fahrradfreundliche Stadt und werden unser Radnetz weiter ausbauen, damit sich auch die Radfahrer gut durch die Stadt und den Landkreis bewegen können", so Steins Erster Bürgermeister Kurt Krömer, der ebenfalls mitradelte.

Diese Vorbereisung war der erste Schritt auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Kommune. Die AGFK wird der Stadtverwaltung nach diesem Besuch einen Bewertungsbogen mit Feedback übergeben, aus dem hervorgehen wird, welche Anknüpfpunkte zufriedenstellend sind und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Diese verbesserungswürdigen Aspekte müssen dann bis 2018 - pünktlich zur Hauptbereisung - aufgearbeitet werden. Denn dann steht auf dem Prüfstand, ob sich Stein tatsächlich fahrradfreundliche Kommune nennen darf.

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