Die Steiner Keimzelle

Inmitten von Stein entsteht ein einzigartiges Naturprojekt: Die Steiner Keimzelle.

Im Wiesengrund, am Hang unterhalb der Deutenbacher Straße, wird hierfür ein erlebnisreiches Areal geschaffen, das zum Mitmachen, Genießen und Erkunden einlädt. Geplant sind ein kleiner Weinberg, Parzellen für den eignen Gemüseanbau (das sogenannte Urban Gardening) und ein Bereich für Geburtstags- oder Hochzeitsbäume. Auch ein "Grünes Klassenzimmer" für Schulprojekte soll entstehen. Damit wollen wir unseren bestehenden Erholungsraum, den Wiesengrund", ökologisch sinnvoll erweitern.

Das Besondere ist, dass die Fläche ein Natura 2000-Schutzgebiet ist und somit unter Landschaftschutz steht. Es gelten deshalb hohe Auflagen, um Besuchern, Flora und Fauna ein harmonisches Miteinander zu ermöglichen.

Neuigkeiten & Info-Material

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Fragen & Antworten

"Wo sollen die Besucher parken?", "Wird wirklich ein großer Teil der Fläche versiegelt?" oder "Hat der Weinberg überhaupt Aussicht auf Erfolg?". Um häufig gestellt Fragen zu beantworten und Ihnen einen Überblick über das geplante Naturprojekt zu geben, finden Sie hier 17 Fragen und Antworten zur Steiner Keimzelle.

Soll in der Keimzelle wirklich eine Kleingartenanlage entstehen?

Nein, es wird keine Kleingartenanalage entstehen. Verpachtet werden lediglich Parzellen in sogenannten Selbsterntefeldern, die von ihren Pächtern bepflanzt und gepflegt werden. Diese Parzellen sind kein Ersatz für den Heimgarten. Hier soll lediglich der Anbau von Obst, Gemüse und anderen Nutzpflanzen gefördert werden. Es handelt sich um landwirtschaftliche Nutzung und wäre schon jetzt ohne Genehmigung umsetzbar und mit den Zielen des Landschaftsschutzgebietes konform.

Wann können die Selbsterntefelder gepachtet werden und an wen muss ich mich dafür wenden

Die Stadt Stein wird die Verwaltung und Verpachtung der Selbsterntefelder in die Hände eines erfahrenen Betreibers geben. Hierzu finden derzeit Gespräche mit potentiellen Partnern statt. Sobald hier ein Ansprechpartner und der Startschuss für Pachtverträge feststeht, werden wir Sie hier darüber informieren. Wir rechnen mit einem Beginn der Verpachtung ab Frühjahr 2020.

Stimmt es, dass die Selbsterntefelder direkt vor den Gärten der Anwohner entstehen?

Nein. Die Anwohner, die am nächsten zur Keimzelle liegen, wohnen in der Luitpoldstraße. Zwischen deren Gärten und den Selbsterntefeldern liegt eine Entfernung von ca. 30 Metern.

Wo sollen die Besucher der Keimzelle parken?

Neben dem kleineren Parkplatz in der Gerasmühler Straße am Eingang zum Rednitzgrund bietet es sich für die Besucher an, im Parkhaus des Einkaufszentrums FORUM Stein zu parken. Das Parkhaus liegt am nächster zur Keimzelle, vor allem zu den Selbsterntefeldern. Für 90 Minuten kann dort kostenlos geparkt werden.

Wie wird die Keimzelle mit Wasser versorgt?

Die zwei Schöpfbecken für die Pächter der Selbsterntefelder sind ebenso wie die Bewässerungsanlage des Weinbergs an die städtische Wasserversorgung angeschlossen.

Stimmt es, dass ein großer Teil der Fläche versiegelt also zu Asphaltwegen wird?

Nein. Alle wichtigen Wege werden in wassergebundener Bauweise erstellt, das ist sicher.
Die Wegeführung und deren Breite werden derzeit im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens noch ermittelt. Wie viel Wegeanteil tatsächlich realisiert wird, hängt vom Ergebnis zum Bebauungsplanverfahren ab.

Wer ist berechtigt, auf den Wegen zu fahren?

Die Wege dienen ausschließlich dem Unterhalt der Flächen. So dürfen die Wege nur von Berechtigten befahren werden. Dies sind: Stadtgärtnerei, Bauhof, Stadtwerke Stein und die Betreiber der Selbsterntefelder (z.B. mit einem Traktor zur Bewirtschaftung), nicht jedoch die einzelnen Pächter der Gemüseparzellen. Ferner dürfen Firmen, die im Auftrag der Stadt Stein handeln, die Wege befahren.

Wird das Grillen auf dem Areal der Keimzelle erlaubt sein?

Nein, das Grillen wird verboten sein. Bei der Keimzelle handelt es sich um ein Naherholungsgebiet, in dem der bewusste Umgang mit der Natur im Vordergrund steht.

Wie wird mit Wildtieren in nächster Nähe umgegangen? Soll die Keimzelle mit einem Elektrozaun geschützt werden?

Vorhandene Wildtierbestände werden vorab in einer "Speziellen Artenschutzrechtlichen Prüfung" erfasst und bei den weiteren Planungen berücksichtigt. Es handelt sich um ein Naturprojekt für alle, also auch für Tiere und Insekten. In der FFH-Verträglichkeitsabschätzung der unteren Naturschutzbehörde wird dem Naturprojekt bescheinigt, dass es mit dem Schutzzweck und den Erhaltungszielen des FFH-Gebietes verträglich ist. Die Stadt Stein wird darüber hinaus versuchen, den Lebensraum der Wildtiere zu verbessern.

Das Areal der Keimzelle wird nicht eingezäunt. Nur um die Selbsterntefelder wird ein mobiler Weidezaun nötig sein. Ein Zaun, wie ihn auch Schäfer nutzen. Daher ist die Verwendung dieser Zäune in der Verordnung zum Landschaftsschutzgebiet Stein explizit erlaubt.

Stimmt es, dass die geplanten Klimabäume gar nicht an diesem Standort getestet werden können, da die Standortfaktoren nicht auf Straßenbäume übertragbar sind?

Das stimmt deshalb nicht, da der Standort sehr grundwasserabhängig ist und auf der Sandachse Franken liegt. In trockenen, heißen Sommern werden gerade diese Bäume mit hohem Trockenstress zurechtkommen müssen. Der Test der Bäume ist ein guter Beitrag zur Umweltbildung interessierter Bürger. Deshalb führt die Stadt Stein diesen Baumtest als Teil des C2tree-Projekts aus eigenem Antrieb durch.

Hat der Weinberg überhaupt Aussicht auf Erfolg?

Ja. Der Weinberg hat sogar sehr gute Erfolgsaussichten. Das bescheinigt zum einen der zuständige Weinbaufachberater der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau aus Veitshöchheim als auch eine Önologin (Weinbaufachfrau), die zur Anlage des Weinbergs hinzugezogen wurde.

Wird der Weinberg ökologischen Nutzen bringen?

Der Weinberg wird ökologischen Nutzen bringen. Die Fläche des Weinbergs wird neben den eigentlichen Rebstöcken auch das Eidechsenhabitat aufnehmen. Dafür werden extra Trockenmauern angelegt. Die Grundfläche wird mit einer Dauerblühmischung angesät und nach den Grundsätzen des Naturschutzes bewirtschaftet. Die Bewirtschaftung der Weinreben erfolgt voll biologisch mit speziell dafür verwendeten pilzwiderstandsfähigen Sorten.

Sind Autoabgase für den Weinanbau nicht schädlich?

Nein. Der Fachberater meint, dass gerade die innerstädtische Lange und die Wärme der Abgase den schädlichen Spätfrösten entgegenstehen. Viele Toplagen sind an stark befahrenen Straßen zu finden (Mosel, Main, etc.).

Stimmt es, dass unberührte Natur durch das Projekt zerstört wird?

Nein. Es handelt sich um bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen. Das bedeutet, dass sie nicht unberührt sind, sondern von Menschen geformt wurde.

Warum wurden Bäume im Vorfeld gefällt und warum wurde dies so kurz vor Weihnachten durchgeführt?

Das Bundesnaturschutzgesetz sieht einen Zeitraum vom 01.10. bis zum 28.02. vor, in dem Bäume gefällt werden dürfen. Der Termin kurz vor Weihnachten kam wegen der Verfügbarkeit des beauftragten Unternehmers zustande. Bei den Bäumen handelte es sich um Fichten einer alten Gartenanlage, die zum Teil mit dem Borkenkäfer befallen waren. Die Stadtgärtnerei hat diesen Bestand schon seit geraumer Zeit als Erntefeld für Christbäume genutzt und hätte den Bestand aufgebraucht. Durch den Borkenkäferbefall wurde die Auflösung des Bestandes vorgezogen.

Werden die Bedenken von Teilen der Steiner Bürgerschaft gegen dieses Projekt durch die gewählten Vertreter ernst genommen?

Selbstverständlich. Das Prozedere sieht vor, dass zum Vorentwurf des Bebauungsplanes eine Einspruchsmöglichkeit für alle Bürger und Träger öffentlicher Belange besteht. Das nennt sich "Frühzeitige Bürgerbeteiligung".

Zurzeit werden alle Einwände zum Vorentwurf des Bebauungsplans gesichtet und entsprechende Abwägungen der Fachgremien in der Verwaltung angefertigt. Der Stadtrat entscheidet dann, inwieweit Änderungen für den Entwurf vorgenommen werden müssen. Ist das erfolgt, wird der Entwurf nochmals öffentlich ausgelegt. Alle Bürger können dann nochmals Einsprüche und Bedenken geltend machen.

Der Stadtrat entscheidet, ob an den Planungen festgehalten wird, ob diese abzuändern sind oder ob die Planungen aufgegeben werden sollen.

Wird das Gelände barrierefrei erreichbar sein?

Ja. Ein barrierefreier Zugang erfolgt von der Gerasmühler Straße. Weitere Varianten werden zurzeit auf Ihre Machbarkeit geprüft.