Kirchen & Schulen

In der Stadt Stein befinden sich vier Kirchen und mehrere Schulen. Dabei handelt es sich um drei evangelische Gotteshäuser und eine katholische Kirche sowie um eine Grundschule, eine Mittelschule, und ein Gymnasium mit rund 1.000 Schülern.

Erste gottesdienstliche Spuren in Stein gehen auf die "Alte Kirche" zurück. Nach der Errichtung einer selbständigen politischen Gemeinde im 19. Jh. der wurde der Wunsch der Steiner Bevölkerung nach einer eigenen Kirche und Pfarrgemeinde stärker. Zunächst dachte man an die Instandsetzung des ehemaligen Bethauses, allerdings war hier zwischenzeitlich der Bleistiftfabrikant Gutknecht mit einem Magazin untergekommen, sodass sich diese Pläne nicht realisieren ließen.

Nun ergriff Lothar Faber, dem das Wohl seiner Arbeiter und der Steiner Bürger am Herzen lag, die Initiative zur Einrichtung eines Vikariats und den Neubau einer Kirche. Die jetzige Martin-Luther-Kirche wurde 1861 feierlich eingeweiht und zusammen mit der Pfarrerhebung 1880 zur Patronatskirche erhöht. Kirchenpatron wurde der mittlerweile in den Adelsstand erhobene Lothar von Faber, der sich gleichermaßen um das Steiner Schulwesen verdient machte.

Der zweite evangelische Kirchenbau, die Jakobuskirche in Oberweihersbuch, wurde zwar von einem Architekten geplant, aber weitgehend in Eigenleistung von den dortigen Bauern errichtet und erhielt bei ihrer Einweihung 1928 das Patrozinium der im 30-jährigen Krieg abgegangenen Jakobuskapelle vom Löselhof in Deutenbach übertragen. Dort findet noch alljährlich am dritten Septembersonntag die Stadelpredigt statt.

Die jüngste der drei evangelischen Kirchen ist im Neubaugebiet Deutenbach entstanden und bis 1984 als zweite Pfarrstelle geführt worden. Die Gottesdienste fanden zunächst in der Kapelle des Gemeindezentrums statt, ehe am 4. Advent 1992 die neue Paul-Gerhardt-Kirche durch den Landesbischof übergeben werden konnte.

Durch das starke Wachstum der katholischen Bevölkerung in Stein wurde auch hier der Ruf nach einer eigenen Kirche laut. Bislang nutzen die Katholiken aus Stein die Oberweihersbucher Jakobuskirche für ihre Gottesdienste.

Im Jahr 1957 wurde in Stein die katholische Pfarrei gegründet. Zunächst wurde jedoch nur eine Notkirche, erst im Jahr 1989 konnte der heutige Bau vom Eichstätter Bischof geweiht die heutige Albertus-Magnus-Kirche geweiht werden.

Ein Jahr zuvor konnte auch die Dreifachturnhalle zusammen mit dem neuen Schulgebäude in Betrieb genommen werden. Die Gebäude wurden in zwei Bauabschnitten neu errichten, nachdem sich das Gymnasium Stein 1982 von dem Schulverbund mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Oberasbach löste.

Allerdings stand es um die Möglichkeiten einer schulischen Ausbildung in Stein bis ins 19 Jh. hinein nicht wirklich gut. Die Kinder wurden willkürlich entweder nach Großreuth oder Oberweihersbuch zur Schule geschickt oder in Stein von Winkelschullehrern unterrichtet. Am 13. Oktober 1835 fasste die Gemeindeversammlung von Stein daher den Entschluss, die Einrichtung einer eigenen Schule zu beantragen. In dem Antragsschreiben wurde die Situation in Stein folgendermaßen geschildert: "Die dortige Jugend der Großteils moralisch sehr niedrig stehenden Fabrikarbeiter verwildert immer mehr, die Schulversäumnisse mehren sich und arten ohngeachtet der verfügten Strafen sogar in eine Art Widersetzlichkeit aus." Weiter würden die Eltern der Kinder sich damit entschuldigen, die Kinder wegen der großen Entfernung der Schulen, besonders bei schlechtem Wetter, oft wegen unzureichender Kleidung nicht so weit schicken könnten. Auf diese Schreiben hin genehmigte die Regierung im Jahre 1837 endlich eine Schule in Stein.

Den Bau der Schule in der heutigen Alexanderstraße bezuschusste Lothar von Faber in Höhe von 61.000 Mark. Im ersten Stockwerk wurde hier außerdem ein Lokal für das Standesamt eingerichtet und im Erdgeschoß fand der Gemeindesaal Platz. In diesem Gebäude wurde 1922 dann das Postamt untergebracht, als das ehemalige Distriktswaisenhaus an der Mühlstraße zu einem Schulhaus umfunktioniert wurde. Bis heute wird das Gebäude noch als Grundschule genutzt. Bis 1968 wurden dort alle Steiner ABC-Schützen eingeschult, ehe die großzügig gestaltete Schulanlage am Neuwerker Weg in Deutenbach fertiggestellt wurde, wo Grund- und Mittelschüler untergebracht sind.