Entdecken Sie die Ortsteile der Stadt Stein

Während die kleineren Ortsteile von Stein (Eckershof, Loch, Gutzberg, Unter- und Oberbüchlein) noch landwirtschaftlich ausgerichtet sind und weitgehend ihren dörflichen Charakter erhalten haben, ist der Hauptort Stein mit Deutenbach städtisch geprägt.

Die überwiegende Zahl der Gewerbebetriebe befindet sich in Stein und Deutenbach und in geringem Umfang auch in Unterweihersbuch.

Die Ortsteile im Einzelnen:

Bertelsdorf

Bertelsdorf gehört zu den städtisch geprägten Ortsteilen von Stein. Im Baugebiet "Am Espan" entstanden in den letzten 15 Jahre zahlreiche neue Einfamilienhäuser.

Erste Urkundliche Erwähnung:
1346

Art der Urkunde:
Urkunde in der ein Hof in Berchtoldsdorf, der ein Lehen der Herren von Berg ist, genannt wird.

Ortsname:
Der Name Berchtoldsdorf (Perhtoldsdorf) weist auf den Personennamen Berchtold (Berthold) hin und erklärt den Ort als "das Dorf eines Berthold". Unter "Dorf“ war damals allerdings keineswegs eine Siedlung mit zahlreichen Hofstätten gemeint. Vielmehr waren noch im ausgehenden Mittelalter die Dörfer auf weniger siedlungsgünstigen Böden oftmals nur kleine Weiler mit wenigen Anwesen.

Kirchliche Zugehörigkeit:
Seit frühester Zeit waren die beiden Ortschaften Bertelsdorf und Eckershof in den großen Sprengel der Roßtaler Pfarrei eingepfarrt. Später jedoch fühlten sich die Bewohner, wohl durch die nähere Lage, mehr zur Eibacher Pfarrei gehörig. Die Zugehörigkeit blieb ebenso bis ins 19. Jh. hinein, erst danach war Eckershof zeitweilig nach Regelsbach gepfarrt.

Entstehung der Gemeinde Bertelsdorf:
Über viele Jh. hinweg bestand der Weiler Bertelsdorf aus drei Bauernhöfen. Eine Dorfherrschaft konnte sich in diesen kleinen Weilern nicht bilden. Die Nürnberger Patrizier schlichteten die entstandenen Streitigkeiten ihrer Bauern oder trugen sie in Nürnberg vor dem Bauerngericht aus. Bei der Neuordnung durch das bayerische Gemeindeedikt aus dem Jahre 1808 gehörten die beiden Ortschaften Bertelsdorf und Eckershof sowie der nahegelegene Zwieselhof zum Justiz- und Rentamt Cadolzburg, wurden aber bald danach Schwabach zugewiesen und bildeten mit der Ortschaft Regelsbach eine Landgemeinde. Dieser Ortsverband bestand fast 150 Jahre, wobei Bertelsdorf und Eckershof als eine Ortsgemeinde ihre dörflichen Angelegenheiten selbst regelten.

Wohl wegen Verhandlungen zur Eingemeindung zwischen Stein und Weihersbuch wanden sich auch die Bewohner von Bertelsdorf und Eckershof im Februar 1925 an den Gemeinderat von Stein mit dem Vorschlag auf Eingemeindung. Doch die Gemeinde Regelsbach stimmte einer Ausgemeindung der beiden Ortschaften nicht zu. Erst am 01.01.1967 kann die Eingemeindung nach Stein verwirklich werden.

Deutenbach

Das Ortsbild von Deutenbach ist durch die Ende der sechziger Jahre entstandene Hochhaussiedlung am Goethering geprägt. Die meisten Einwohner Steins - fast 4.000 - leben in Deutenbach. Viele Einrichtungen, die das Leben einer Stadt prägen, sind hier zu finden. Dazu gehören die Grund- und Mittelschule am Neuwerker Weg sowie das Gymnasium, und das Jugendhaus, der Friedhof und die Kirchen St.-Albertus-Magnus und Paul-Gerhardt, ein Altenheim,  außerdem das Sport- und Freizeitgelände Weihersberg und das Freizeitbad Kristall Palm Beach.

Fest verankert mit Deutenbach ist die Kirchweihtradition mit der Aufstellung des Kirchweihbaumes durch die "Kärwaboum“. Tradition ist außerdem die "Stadel"-Predigt auf dem Löselhof am Kirchweihsonntag. Die Geschichte der Predigt auf dem Löselhofes reicht weit zurück. Im Mittelalter befand sich hier die Jakobskapelle, in der mindestens zweimal im Jahr der Pfarrer predigte – heute finden die Predigten am Pfingstmontag und Kirchweihsonntag statt.

Erste Urkundliche Erwähnung:
1140 (damals als "Dufenbach" bezeichnet)

Art der Urkunde:
Bestätigung eines Gütertausches.

König Konrad III bestätigt einen Gütertausch zwischen dem Kloster Prüfening und dem Burggrafen zu Regensburg. Als Zeuge für die Gültigkeit dieses Rechtsgeschäftes ist ein "Burchardus de Dufenbach" vermerkt

Ortsname:
Deutenbach wird in unterschiedlichen Bezeichnungen in zahlreichen Urkunden des 13. und 14. Jh. erwähnt. Als Teufenbach (1273), Tiuffenbach (1291), Teuffenwach (1321), Teuchenbach (1406) und Tyffenpach (1446). Hierin steckt das Wort "Tiefenbach", das eine Siedlung "am tiefen Bach" bezeichnet, was auf den unteren Teil von Deutenbach zutrifft, da er am Bach des Haselgrabens liegt. Vom 17. Jh. an erscheint die Form Teufenbach oder Deubenbach, erst im 19. Jh. treffen wir auf die heutige Schreibweise Deutenbach.

Kirchliche Zugehörigkeit:
Seit den frühesten Zeiten gehörte Oberdeutenbach in den Schwabacher Pfarrsprengel und wurde auch zunächst von hier aus kirchlich betreut. Mit wachsender Bevölkerung entstand in Dietersdorf eine Filialkirche. Der Dietersdorfer Geistliche nahm in Oberdeutenbach alle gottesdienstlichen Handlungen, gelegentlich auch Predigten in der dortigen Kapelle, vor. Als jedoch Eibach 1447 eine eigene Pfarrei geworden war, besuchten die Deutenbacher fortan den Gottesdienst in Eibach und ließen auch alle gottesdienstlichen Handlungen vom Eibacher Pfarrer vornehmen.

Unterdeutenbach gehörte seit alters her nach Zirndorf, hielt sich aber ebenso wie Oberdeutenbach zur Pfarrei Eibach. Als sich 1861 in Stein eine ev. Kirchengemeinde gebildet hatte, die 1880 endgültig selbstständig war, beantragten die Bewohner eine Umpfarrung nach Stein. Dieser Wunsch wurde von der Urpfarrei jedoch immer wieder abgelehnt, und ging erst 1924 in Erfüllung. 1987 wurde die katholische Kirche St. Albertus-Magnus gebaut, 1991 die evangelische Paul-Gerhardt Kirche.

Entstehung der Gemeinde Deutenbach:
Da die beiden Ortsteile Ober- und Unterdeutenbach bis in die Neuzeit hinein verhältnismäßig kleine Weiler blieben, ist bei ihnen auch nur ein geringer Ansatz zu einer eigenen Selbstverwaltung zu finden. 1808 wurden dann die alten, durch ihre Herkunft und Wachstum völlig verschiedenen Dorfgemeinden Ober- und Unterdeutenbach, Krottenbach und Mühlhof (bei Reichelsdorf) zur neuen Landgemeinde Deutenbach zusammengeschlossen.

Wenn die neue Landgemeinde als politische Gemeinde auch den Namen Deutenbach trug, so stellte die Ortschaft Krottenbach durch ihre höhrere Einwohnerzahl doch den Bürgermeister. Später ist der Sitz des Bürgermeisters in Mühlhof. Hier werden Amtshandlungen vorgenommen und Sitzungen finden statt. Dies bedingt für die Deutenbacher sehr weite Wege und Unzulänglichkeiten.

Um den Belangen der einzelnen Ortsteile dieser weitverstreuten Gemeinde besser gerecht zu werden, werden 1888 sog. Ortsführer aufgestellt. Damit ist aber noch längst keine Lösung für die Schwierigkeiten in der Verwaltung einer so weit verstreuten Landgemeinde gefunden.

In Deutenbach sieht man letzlich eine Lösung im Anschluss an die Gemeinde Stein. Bereits im Jahr 1900 werden Stimmen laut, welche die Lostrennung von Mühlhof und Krottenbach fordern. Nach langwierigen Verhandlungen wurde am 1. Mai 1914 die Ausgemeindung nach Stein beschlossen. Die Umsetzung verzögerte sich allerdings durch durch Ausbruch des 1. Weltkrieges. Bald nach Kriegsende setzten die Verhandlungen zur Umgemeindung erneut ein. Am 11. November 1921 konnte die Eingemeindung der drei Ortsteile Ober-, Unter- und Neudeutenbach nach Stein endgültig vollzogen werden.

Eckershof

Schön gelegener landwirtschaftlich geprägter Ortsteil von Stein.

Erste Urkundliche Erwähnung:
1303

Art der Urkunde:
Ein Heinrich Weiler von Öckershof kaufte zwei Höfe in Büchlein, dem heutigen Unterweihersbuch.

Ortsname:
Die Namensform Öckershof oder Ockershofe existierte bis ins 16. Jh. Der Namensforscher Eberhard Wagner schließt aufgrund des ö-Lautes auf den alten Ortsnamen Otgerjes-Hof, die spätere e-Lautung in Eckershof sei auf mundartlichen Einfluss zurückzuführen. Dagegen schließt Wolfgang Wießner in der Deutung auf einen Personennamen Eckeward oder Eckehard, der zu der Form Eckert verkürzt wurde.

Kirchliche Zugehörigkeit:
Seit frühester Zeit waren die beiden Ortschaften Bertelsdorf und Eckershof in den großen Sprengel der Roßtaler Pfarrei eingepfarrt. Später jedoch fühlten sich die Bewohner, wohl durch die nähere Lage, mehr zur Eibacher Pfarrei gehörig. Die Zugehörigkeit blieb ebenso bis ins 19. Jh. hinein, erst danach war Eckershof zeitweilig nach Regelsbach gepfarrt.

Entstehung der Landgemeinde:
Eine Dorfherrschaft konnte sich in diesen kleinen Weilern nicht bilden. Die Nürnberger Patrizier schlichteten die entstandenen Streitigkeiten ihrer Bauern oder trugen sie in Nürnberg vor dem Bauerngericht aus. Bei der Neuordnung durch das bayerische Gemeindeedikt aus dem Jahre 1808 gehörten die beiden Ortschaften Bertelsdorf und Eckershof sowie der nahegelegene Zwieselhof zum Justiz- und Rentamt Cadolzburg, wurden aber bald danach Schwabach zugewiesen und bildeten mit der Ortschaft Regelsbach eine Landgemeinde. Dieser Ortsverband bestand fast 150 Jahre, wobei Bertelsdorf und Eckershof als eine Ortsgemeinde ihre dörflichen Angelegenheiten selbst regelten.

Wohl wegen Verhandlungen zur Eingemeindung zwischen Stein und Weihersbuch wanden sich auch die Bewohner von Bertelsdorf und Eckershof im Februar 1925 an den Gemeinderat von Stein mit dem Vorschlag auf Eingemeindung. Doch die Gemeinde Regelsbach stimmte einer Ausgemeindung der beiden Ortschaften nicht zu. Erst am 01.01.1967 kann die Eingemeindung nach Stein verwirklich werden.

Gutzberg

Gutzberg ist ein überwiegend ländlich geprägter Ortsteil, direkt an der B14 gelegen. Bis heute wird Gutzberg von seinen Bewohnern auch als "Perle von Stein" bezeichnet. Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten des Ortsteiles zählt das "Schwarzwälderhaus".

Dabei handelt es sich um ein Bauernhaus, das vor allem durch seine breite Giebelfront an ein Haus im Schwarzwald erinnert. Das Haus stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem 17. Jh. und dürfte über 300 Jahr alt sein. Weitere denkmalgeschützte Häuser prägen das Ortsbild.

Die Landjugendgruppe und die gemeinnützige Vereinigung "Dorfgespräch Gutzberg e. V.", die für die Wahrung des kulturellen Lebens wie auch für aktives Miteinander im Dorfalltag stehen, prägen die Ortsgemeinschaft.

Erste Urkundliche Erwähnung:
1303 (damals noch als "Volkolzdorf" bezeichnet)

Art der Urkunde:
Bestätigung einer Belehnung

Bischof Andreas von Würzburg belehnt den Ritter Heinrich von Buttendorf unter anderem mit einem Zehnten aus vier Gütern in "Volkolzdorf".

Ortsname:
Ursprünglich Volkolzdorf (siehe erste urkundliche Erwähnung)
später Gutzberg (ab 1504)

Aus einem Rechtsgutachten des Richteramtes Roßtal über Vincenzenbronn geht hervor, dass der Ort Volkolzdorf erstmals 1504 mit Gutzberg bezeichnet wurde. Dort heißt es wörtlich: "Anno 1504 würdt Volkersdorff das erste maahl Gutzberg genannt." Von diesem Zeitpunkt an werden beide Ortsnamen nebeneinander gebraucht.

Kirchliche Zugehörigkeit:
Gutzberg gehörte mehrere Jahrhunderte zur Pfarrei Roßtal. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde Gutzberg im Jahr 1920 Teil der Kirchengemeinde Zirndorf. 1928 erhielt die Tochterkirchengemeinde Weihersbuch, zu der Gutzberg nun gehörte, durch den Neubau der Jakobuskirche ein eigenes Gotteshaus. Seit 1963 ist Oberweihersbuch eine selbstständige Pfarrei.

Entstehung der Gemeinde Gutzberg:
Die Gemeinde Gutzberg entstand 1808 aus dem Steuerdistrikt Großweismannsdorf II und blieb auch bei der endgültigen Gebietsfestlegung unverändert. Sie umfasste die Orte Gutzberg, Loch, Unterbüchlein, Oberbüchlein und Sichersdorf.

Als eine der ersten Gemeinden im Landkreis Fürth entschloss sich Gutzberg zur Aufgabe der kommunalen Selbstständigkeit. Am 01.07.1972 wurde die Gemeinde Gutzberg nach 164-jährigem Bestehen der Gemeinde Stein bei Nürnberg eingegliedert.

Loch

Kleines, landwirtschaftlich schön gelegenes Dorf im "Locher Grund"

Erste Erwähnung:
1303 

Art der Erwähnung:
In einem Lehenbuch des Würzburger Bischofs, als dieser Heinrich von Buttendorf den Zehnten eines Hofes in Loch verleiht.

Ortsname:
Der Name ist wohl von dem althochdeutschen Wort „loh" abzuleiten und ist als "lichter Wald" oder "Lichtung, Waldblöße" zu deuten. Diese Beschriebung trifft auch heute noch teilweise auf den Ort zu.

Kirchliche Zugehörigkeit:
Loch gehörte zur Pfarrei Roßtal. Heute ist der Ortsteil zur Pfarrei St. Jakobus in Oberweihersbuch gehörig.

Entstehung des Ortes:
Bis zum Jahr 1800 und lange Zeit danach bestand die gesamte Ortschaft Loch aus zwei geteilten Bauernhöfen oder vier selbstständigen Anwesen. Selbst bei der Volkszählung im Jahre 1950 gab es nur sechs bewohnte Anwesen, in denen 51 Einwohner gezählt wurden. Der Ort verzeichnete in nahezu 150 Jahren also kaum Zuwachs an Größe und Einwohnerzahl. Nach 1950 setzte die Bautätigkeit zögernd ein. Als Teil der Gemeinde Gutzberg kam Loch 1972 zu Stein.

 

 

Oberbüchlein

Ländlich geprägter Ort in schöner Lage

Erste Erwähnung:
1413

Art der Erwähnung:
Als "Obernpuchleins", ein zum burggräflichen Amt Roßtal gehöriges Dorf

Ortsname:
Gemeinsamer Grundbestandteil des Namens mit Unterbüchlein ist "das Buch", als eine Kollektivbezeichnung für einen Buchenwald, der sich auf weiter Strecke zu beiden Seiten des Baches hinzog und hier die ersten Siedlungen ermöglichte.

Kirchliche Zugehörigkeit:
Oberbüchlein gehört bis heute zur Pfarrei Roßtal.

Entstehung des Ortes:
Bis 1800 gab es in Oberbüchlein drei Bauernhöfe und ein Hirtenhaus. Bei der statistischen Erhebung 1950 wurde festgehalten, dass in  Oberbüchlein in acht Häusern 51 Bewohner lebten, genau so viele wie im Jahr 1824 – das Dorf war also über 125 Jahre gleich groß geblieben. Ein bescheidenes Wachstum des Ortes setzte erst 1957 ein. Als Teil der Gemeinde Gutzberg kam Oberbüchlein 1972 zu Stein. 

 

 

Oberweihersbuch

Oberweihersbuch kann als Synonym für die besondere Lage Steins hergenommen werden. Hier liegen traditionsreiche Landwirtschaftsbetriebe direkt neben der Neubausiedlung (Fabergut). Die Bereiche schmelzen zusammen. Die Jakobuskirche (nach dem Heiligen St. Jakobus benannt, Teiletappe auf dem fränkischen Jakobsweg von Nürnberg nach Rothenburg), der Eine Welt Laden und das städtische Kinderhaus werden nicht nur von den Bewohnern des Ortsteiles besucht.

Erste Urkundliche Erwähnung:
1303

Art der Urkunde:
Urkunde über den Verkauf von zwei Höfen "zu Büchlein", die dem Kloster St. Klara in Nürnberg (das hier Besitzungen hatte) zinsbar sind.

Ortsname:
Der heutige Ortsteil Oberweihersbuch kann auf zwei alte Siedlungskerne Oberbuch und Weihersbuch zurückgeführt werden. Noch im 15. Jh. erscheinen beide als getrennte Ortsteile, so in der Nennung der zum Amt Roßtal gehörigen Ortschaften und in der Darstellung der mittelalterlichen Pfarrzugehörigkeit. Später werden die beiden Ortsbezeichnungen ohne besondere Unterscheidung jeweils für den gesamten Ortsteil Oberweihersbuch gebraucht.

Kirchliche Zugehörigkeit:
Obwohl der Ortsteil "Weihersbuch"nach Zirdorf gepfarrt war, erhielt weder der Pfarrer noch die Pfarrei irgendeinen Anteil an dem Groß- oder Kleinzehnten. Wie die übrigen Bewohner von Unterweihersbuch, Obernbuch sowie von Deutenbach gingen auch die Weihersbucher nach Eibach in die Kirche und ließen dort auch alle kirchlichen Handlungen vornehmen. Erst durch Ersuchen und Druck nahmen die Weihersbucher notgedrungen den Weg nach Zirndorf. Nachdem im Jahr 1861 die Ortsgemeinde Stein ein eigenes evangelisches Gotteshaus erhalten hatte, nahmen die Bewohner von Ober- und Unterweihersbuch selbstverständlich meist dorthin ihren Weg zum Gottesdienst, allerdings blieb für kirchliche Amtshandlungen nach wie vor der Zirndorfer Pfarrer zuständig. Als erstes Gebäude seit der Eingemeindung von Ober- und Unterweihersbuch nach Stein entstand im Jahre 1928 die Jakobus Kirche. Seit 1963 ist Oberweihersbuch eine selbstständige Pfarrei.

Entstehung der Gemeinde Oberweihersbuch:
Auf Grund des Gemeinde-Edikts vom Jahre 1808 wurden die beiden Ortschaften Ober- und Unterweihersbuch, damals noch Ober- und Unterbuch bezeichnet, mit dem Ort Stein zu einer politischen Gemeinde und auch zu einem Steuerdistrikt zusammengeschlossen. Nach gut 30-jähriger Zusammengehörigkeit mit dem Ort Stein richteten die beiden Dörfer Ober- und Unterweihersbuch im Jahre 1839 an das zuständige Landgericht Nürnberg den Antrag auf Trennung von Stein und auf Bildung einer eigenen Landgemeinde. Am 04.12.1841 genehmigte das Staatsministerium in München die Bildung der politischen Gemeinde Weihersbuch aus den beiden Dörfern Ober- und Unterweihersbuch. Für viele Jahrzehnte war Weihersbuch eine selbstständige Landgemeinde, geleitet von einem Bürgermeister und dem Gemeinderat bevor am 01.01.1927 die Eingemeindung nach Stein stattfand.

Sichersdorf

Durch den am meisten westlich gelegenen Ortsteil führt die Kreisstraße von Großweismannsdorf nach Anwanden. In Sichersdorf befinden sich zwei denkmalgeschützte Gebäude aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert. Vor dem Feuerwehrhaus steht ein Kriegerdenkmal.

Erste Erwähnung:
1303

Art der Erwähnung:
Ritter Heinrich von Buttendorf wird durch den Würzburger Bischof Andreas mit einer Reihe von Gütern belehnt, darunter auch mit dem „Zehnten zu Sigarsdorf".

Ortsname:
In späteren Urkunden und Dokumenten findet sich der Ortsname meist als Sigersdorf. Diese Namensform weist auf den Personennamen Sieghart (ahd. Sigihart) hin, wodurch der Ortsname als „Dorf des Sieghart" zu verstehen wäre.

Kirchliche Zugehörigkeit:
Sichersdorf gehört bis heute zur Pfarrei Roßtal.

Entstehung des Ortes:
Die Ortschaft Sichersdorf bestand ursprünglich aus zwei großen Höfen, durch Teilung eines Hofes gab es dann von etwa 1440 an mehrere Jh. lang insgesamt drei Höfe. Wohl um die Mitte des 18. Jh. wird wiederum ein großer Hof geteilt, so dass nach der Steuerfassion von 1808 in Sichersdorf vier selbstständige bäuerliche Anwesen bestehen. 1968 zählte man in Sichersdorf 24 Wohngebäude. Als Teil der Gemeinde Gutzberg kam Sichersdorf 1972 nach Stein.

Unterbüchlein

Der Ortsteil Unterbüchlein ist auch heute noch sehr überschaubar. Allerdings finden sich gleich drei denkmalgeschützte Gebäude. Sehenswert ist der historische Bildstock am Ortseingang.

Erste Erwähnung:
1340

Art der Erwähnung:
Vor dem Nürnberger Stadtgericht lässt der Nürnberger Bürger Seitz Ellwanger den Kauf mehrerer Güter von Herrn Fritz von Buttendorf beurkunden. Es handelt sich um ein Gut zu Volckersdorff (=Gutzberg) und "vier gütlein zu dem Püchlein". 

Ortsname:
In den historischen Steuerbüchern aus Ansbach war meist die Form "Büchleins" oder "Büchlein" gebräuchlich, erst 1739 vermerkt ein markgräflicher Schreiber "...zu Büchlein, neuerer Zeit <> zum Unterschied wegen des nahegelegenen Weilers Oberbüchlein so genannt."

Kirchliche Zugehörigkeit:
Unterbüchlein gehörte zur Pfarrei Roßtal. Heute zählt Unterbüchlein zur Pfarrei St. Jakobus in Oberweihersbuch. 

Entstehung des Ortes:
Ursprünglich bestand die Ortschaft Unterbüchlein aus nur zwei Höfen. Aus der Flurlage ist ersichtlich, dass ein kleines Gut aus einem Hof abgetrennt wurde; durch Teilung des anderen Hofes entstanden dann die beiden Halbhöfe. Die Teilung fand wohl schon um 1300 statt, denn die erste Beurkundung des Ortes im Jahre 1340 nennt 4 Anwesen. Diese Ortsgröße blieb bis ins 19. Jh. bestehen, wie die Steuerfassion von 1808 ausweist. In der Statistik aus dem Jahr 1950 sind für Unterbüchlein 10 Wohnhäuser eingetragen. In der Folgezeit entstanden dann noch weitere Wohnhäuser.

 

 

Unterweihersbuch

Der Ortsteil stellt eine reine Wohnsiedlung dar, an die sich im nordwestlichen und südöstlichen Teil das Gewerbegebiet sowie im nordöstlichen Bereich eine Kleingartenanlage anschließt. Neben den Sportplätzen des "Waldsportpark" liegt ein Hundeplatz.

Erste Urkundliche Erwähnung:
1303

Art der Urkunde:
Urkunde über den Verkauf von zwei Höfen "zu Büchlein", die dem Kloster St. Klara in Nürnberg (das hier Besitzungen hatte) zinsbar sind.

Ortsname:
Als Grundwort für den Ortsnamen ergibt sich das Wort "Buch", also eine Siedlung am Buchenwald. Welcher der Ortsteile (Ober- oder Unterweihersbuch) diesen Namen als ältester führte, kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Bei zunehmender Besiedlung waren dann Unterscheidungen nach der Lage (Ober- und Unterbuch) und den Weihern (Weihersbuch) notwendig.

Kirchliche Zugehörigkeit:
Obwohl der Ortsteil "Weihersbuch" nach Zirndorf gepfarrt war, erhielt weder der Pfarrer noch die Pfarrei irgendeinen Anteil an dem Groß- oder Kleinzehnten. Die Bewohner von Weihersbuch, Unterweihersbuch und Obernbuch sowie von Deutenbach besuchten die Kirche Eibach und ließen dort auch alle kirchlichen Handlungen vornehmen. Erst durch Ersuchen und unter zunehmenden Druck nahmen die Weihersbucher notgedrungen den Weg nach Zirndorf. Nachdem im Jahr 1861 die Ortsgemeinde Stein ein eigenes evangelisches Gotteshaus erhielt, besuchten die Bewohner von Ober- und Unterweihersbuch meist dort den Gottesdienst. allerdings blieb für kirchliche Amtshandlungen nach wie vor der Zirndorfer Pfarrer zuständig. Als erstes Gebäude seit der Eingemeindung nach Stein entstand im Jahre 1928 die Jakobus Kirche. Seit 1963 ist Oberweihersbuch eine selbstständige Pfarrei.

Entstehung der Gemeinde Unterweihersbuch:
Erst nach der Mitte des 19. Jh. entstanden neben den 7 bäuerlichen Anwesen in Unterweihersbuch weitere Anwesen. Im Jahr 1926, als Unterweihersbuch nach Stein eingemeindet wurde, entstanden weitere 7 Wohnhäuser, die alle verstreut am Rande des alten Bauerndorfes lagen. Die Gemeinde umfasste damals 24 bewohnte Anwesen.