Schloss Faber-Castell

  • Foto: N. Ott
  • Foto: Faber-Castell
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Gräfin Ottilie von Faber und Ihr Mann Alexander zu Castell-Rüdenhausen ließen nach Ihrer Hochzeit im Jahr 1903 einen repräsentativen Neubau neben dem kleinen "Alten Schloss" erbauen. Die Bauleitung hatte der Direktor des Bayerischen Gewerbemuseums Theodor von Kramer inne. In nur drei Jahren Bauzeit entstand ein Schloss als Zeugnis aristokratischer Wohnkultur.

Altes und Neues Schloss, Wintergarten, Kapelle und Kreuzgang gruppieren sich um einen rechteckigen Innenhof. Der Glockenturm – Wahrzeichen der Stadt Stein – verbindet beide Schlösser und verleiht der nördlichen Fassade den Charakter eines städtischen Rathauses. Mehr als tausend Planzeichnungen für das Schloss, die meisten davon zur Innenausstattung, sind bis heute erhalten. Nur Künstler und Werkstätten höchsten Ranges waren mit dieser Gestaltung des Schlosses betraut.

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges zog die gräfliche Familie wie üblich auf Ihren Sommersitz außerhalb von Nürnberg. Währenddessen wurde das Schloss von der Deutschen Wehrmacht beschlagnahmt. Nachdem das Schloss den Krieg nahezu unversehrt überstand, wurde es ab 1945 zum Quartier der US-Alliierten.  Während der Nürnberger Prozesse diente es als Unterkunft für internationale Anwälte und Presseberichterstatter. Erst im Jahr 1953 verließen die letzten Amerikaner das Schloss, das bis zuletzt als Pressecamp diente.

Die Familie Faber-Castell bezog das Schloss nicht wieder. Erst 30 Jahre nach dem Abzug der Amerikaner, nahm sich Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell die Renovierung und Inventarisierung des Schlosses vor, sodass es zum 225-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 1986 erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte.

Informationen zu Führungen und Besichtigung unter www.faber-castell.de